In der richtigen Erkenntnis, dass für die wirtschaftliche Erschliessung und Nutzbarmachung eines kolonialen Neulandes die Frage der Verkehrsmittel und -wege eine der allerwichtigsten ist, haben die europäischen Mächte auch in Afrika nach vollendeter politischer Aufteilung eine Hebung der Verkehrsverhältnisse begonnen. Scheiden wir aber die wenigen modernen Verkehrswege aus, so sind es immer noch hauptsächlich Trägerkarawanen und Transporttiere, mit deren Hilfe der Mensch in dem „dunklen Kontinent" seinen Lastenverkehr besorgt. In den Gebieten ihrer Verwendung wiederum sind grosse Landschaften vorhanden, auf die auch die besten Verkehrsmittel keinen Einfluss haben werden, für die stets eine Beförderungsart, wie sie die menschliche oder tierische Kraft darstellt, genügen wird. Ausschlaggebend wird neben der geographischen Beschaffenheit vor allem die Produktionsfähigkeit der einzelnen Landstriche sein bei der Frage, welches Transportmittel zwekentsprechend ist. So werden in den afrikanischen Kolonialländern in nicht absehbarer Zeit noch die verschiedensten Kategorien von Transportmitteln sowohl im Transitais auch im Lokalverkehr zusammenwirken müssen.
Es verlohnt sich daher, auch die Transporttiere einmal näher ins Auge zu fassen und sich ihre Verwendung und Bedeutung im aussertropischen und tropischen Afrika zu vergegenwärtigen.
Erwähnt sei, dass wir von den aussertropischen Gebieten des Kontinents vornehmlich zwei Gebiete ins Auge fassen: unsere Kolonie D eutsch-Südwestafrika,. wo wie im gesamten südafrikanischen Dreieck der Verkehr lange Zeit einzig und allein durch Ochsenwagen vermittelt wurde und die Sahara, deren Durch- querung in grösserem Umfange erst die Einführung des Kamels ermöglichte.