— 59 —
der Kolonie ziemlich häufig, während es an der Küste leicht einer Seuche zum Opfer fällt.
Eine starke Verbreitung hat das Pferd in Afrika noch in den Sudanländern. Im Gebiete von Bornu bildet die Pferdezucht einen nicht unwichtigen Gegenstand, indem die Rasse für dieses Land ausgezeichnet ist, und die Tiere Anstrengungen auf bewundernswerte Weise aushalten. Sie sollen oft tagelang ohne Wasser und Nahrung ununterbrochen laufen können, bis sie nach Erreichung des Zieles und Lösung des Sattelgurts tot zu Boden stürzen. Barth berichtet uns, dass ein solches Bornupferd ihn drei Jahre hindurch bei fast unausgesetzter Anstrengung auf seinen weiten Reisen im Sudan getragen hat : ). Die Pferde sind meist von der Grösse der arabischen Tiere, zeichnen sich durch feine Gliedmassen und bedeutende Lebhaftigkeit aus. Sie haben sich vortrefflich an das Klima angepasst, und die Nachbargebiete Bornus, Bagirmi und Wadai, erhalten ihren ganzen Bestand an Pferden aus dem Ueberflusse jenes Landes aufrecht. Die Beduinen bedienen sich des Pferdes nur zu ihren Raubzügen und Kriegsfahrten, wozu es sich infolge seiner ungeheueren Schnelligkeit und Ausdauer gut eignet. Neben Eseln und Lastochsen werden im westlichen Sudan auch Packpferde zum Transporte der Waren verwendet. Die Bewohner im Osten Abessiniens und die Somali züchten vortreffliche Pferde, welche den Männern als Reittiere dienen, während die Frauen auf Eseln reiten. In Abessinien findet das Pferd ausgiebige Verwendung bei dem Heere.
Das Zebra.
Auf das Zebra wurde man in neuester Zeit deshalb wieder aufmerksam, weil es den Stich der Tsetsefliege und anderer böser Insekten ohne Schaden für seine Gesundheit erträgt und somit in Gegenden verwendbar ist, wo weder Pferde, noch Ochsen oder Esel fortkommen. Namentlich in Deutsch-Ostafrika versprach man sich von seiner Zähmung und Zucht einen gewissen Erfolg. Die eigentliche Heimat der Tigerpferde ist Süd- und Ostafrika, sie bewohnen die Steppengebiete bis zum Kap. Die Tiere Ost-
1) Barth a. a. 0. II, S. 399.