IL Kapitel,
Bodenbeschaffenheit und Verkehrswege.
Die Einführung und Verwendung von Transporttieren in den afrikanischen Kolonien ist ferner unter dem Gesichtspunkte der Bodenbeschaffenheit und Verkehrswege zu betrachten. Was nun die Wege anlangt, welche für den Verkehr in unseren Kolonien in Betracht kommen, so gibt es dort solche nach Art der unseren nicht, wenn wir von denen absehen, die im Laufe des letzten Jahrzehntes durch die deutsche Regierung und in neuester Zeit von den Eingeborenen angelegt worden sind.
In Deutsch-Ostafrika sind wie im übrigen Aequatorialafrika die Wege nichts anderes als Fusspfade der allereinfachsten Art, nur durch das Fehlen einer schmalen Grasnarbe kenntlich, nicht selten aber auch unwegsam durch die im vormals weichen Boden eingedrückten Fusstapfen von Elefanten und Nashörnern 2 ). Die Wege laufen eigentlich stets in kurzen Schinngenwindungen, welche die Entfernungen der einzelnen Orte ungemein erhöhen. Selbst im offenen, licht bewachsenen Gelände ist dies der Fall 3 ). Der nachteilige Einftuss derartiger Verkehrswege liegt auf der Hand, denn Fuhrwerk kann sich dort nicht bewegen und fehlt deshalb heute noch fast gänzlich. Selbst Lasttiere sind ausgeschlossen, denn diese würden alle Augenblicke mit ihren Lasten an Büschen und Bäumen hängen bleiben.
2) Wagner, Verkehrs- und Handelsverhültnisse von Deutsck-Ostaf rika, S. 29.
3) Rickelmann, Die Nutzbarmackung Deutsck-Oatafrikag, S. 67.
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