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weiterer Vorzug dieser Rinder ist, dass ihre kurzen massiven Knochen und die breiteren Gelenke nicht so leicht Schaden nehmen auf den schlechten steinigen Wegen und auf dem löcherreichen Boden der Savannen.
2. Der Büffel.
Für regenreiche Tropenländer eignet sich in vieler Hinsicht der indische Büffel (Bos huhalus, Bubalus vulgaris) noch besser als das Zeburind. Denn während dem Buckelrinde auch ein trockenes Tropenklima sehr wohl zusagt, besser sogar als ein zu feuchtes, ist der Büffel beinahe ein Wassertier, wie geschaffen für sehr feuchte Niederungen. Bei seiner sehr leichten Körperentwickelung eignet sich das Tier zum schwersten Zuge. Sein Futterbodürfnis ist ein ausserordentlich geringes; trockenes Hochland scheint ihm weniger zuzusagen. Für die feuchteren Gebiete unserer tropischen Kolonien hat der Büffel vielleicht einen nicht zu unterschätzenden Wert als Arbeitstier 1 ). Die Zähmung der afrikanischen Büffelarten, des Kapbüffels (Bubalus caffer), und des Kurzhaarbüffels (Bubalus braehyceros), deren Heimat Südafrika bezw. Zentral- und Westafrika ist, scheint mit grösseren Schwierigkeiten verknüpft zu sein, wenn sie auch vielleicht nicht ausgeschlossen ist. Da jedoch das Zebu und der gemeine Büffel gute wirtschaftliche Leistungen in Aussicht stellen, so ist wohl die Frage nach der Zähmung der afrikanischen Wildbüffel für die Kolonien in Afrika nicht von Bedeutung.
Esel und Maultier.
Ein nicht zu unterschätzendes Transportmittel für unsere Schutzgebiete bildet der Esel bezw. das Maultier, deren Verwendung von Jahr zu Jahr zunimmt.
W 7 ie in anderen Ländern mit ähnlichem Klima, so werden Esel und Maultier auch in Deutsch-Südwestafrika von grosser Wichtigkeit werden. Heute sind die Tiere noch nicht in grosser Anzahl vor-
1) Wohltruann, Tropische Agrikultur II, S. 424.