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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
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Dericbt der StadtbibliotKeK

über das Zcchr 1910/11

Im Rechnungsjahre 1910 ist der Bücherbestand der Stadtbibliothek um 2848 Bände und 90b vroschüren gewachsen, um 1416 vände weniger und 150 vroschüren mehr als im Vorjahre. Oer NücKgang erklärt sich durch den weit geringeren Umfang der vücher- schenkungsn, deren Bedeutung für das Institut leider vielfach unterschätzt wird. Bietet sich doch dem bewährten bremischen Semeinsinn hier, auch mit der Überweisung älterer Werke, zumal des Sebiets der Kulturwissenschaften, der Seographie und der lZrsmensien. Selegenheit zu einer Betätigung von bleibendem Wert. SeKaukt wurden 1364 Sünde und 5 vroschüren, aus dem vom Sohen Senat verwalteten vibliothekkonds gingen dein Institut zu 9 vände, vom Sohen Senat direkt und von anderen bremischen vehörden 95 vände und 42 vroschüren, vom Naturwissenschaftlichen Verein 30 l Sünde und 18 vroschüren, vom ärztlichen Verein 79 vände, von der Historischen Sesellschakt des Künstler-Vereins 84 vände und 14 vroschüren, vom Verein für innere Mission 81 vände, vom Landwirtschaftlichen Verein 17b vände, vom Lehrer-Husschusz 159 vände, von deutschen Universitäten 3 vände und 594 vroschüren, als SeschenKe einzelner von 5rau Professor vr. Nuete aus dem Nachlaß ihres Satten 40 vände, von den Lrben der 5rau L. Wieting 25 vände und 33 vroschüren, von Serrn vr. Kottmeier 52 vände, von anderen Personen 380 vände und 200 vroschüren. Die Schenkung des ärztlichen Vereins, die wie früher aus den Fortsetzungen wissenschaftlicher Zeitschriften besteht, wird leider vor­aussichtlich die letzte bleiben, da er den Beschluß gefaßt hat, aus pekuniären Sründen das Abonnement auf alle diese Zeitschriften aufzugeben. Sie auf den Ltat der Stadt- bibliothek zu übernehmen, ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen ausgeschlossen. Cs ist also damit zu rechnen, dafz die medizinischen Zeitschriften der Stadtbibliothek frag­mentarisch werden und so den Wachleuten eine bequeme Möglichkeit zu wissenschaftlicher Orientierung mehr und mehr schwindet.

Unter den gekauften Neuerwerbungen hebe ich hervor die erste Lieferung der unter Leitung des Direktors der K. 6. DokbibliotheK in Wien Zoses bitter von KarabaceK von Ludolf Beer herausgegebenen Monumenta palaeographica Vindobonensia (1910) mit wundervollen farbigen Reproduktionen charakteristischer Seiten des von Beer mit Bestimmtheit der Zeit Karls des Sroszen zugewiesenen sogenannten goldenen Psalters, der früher dem Bremer vom gehörte, die ersten Bände der vom französischen Ministerium des Auswärtigen unter dem ^itel Les origines diplomatioues de la guerre de 1370,71 veröffentlichten gesammelten Urkunden (Paris 1910), die amtlichen Vorstellungen des russisch-japanischen Krieges, das von Benediktinern neu herausgegebene Sanctuarium seu vitae sanctorum des voninus Mombritius (Paris 1910), die dritte dreibändige Aus­gabe von Ludolf Lislers Wörterbuch der philosophischen Begriffe (Berlin 1910), das zweibändige Supplement zu Hllibonss victionarv of British and American authors, (Philadelphia 1908), die Oeuvres completes von Lharles Baudelaire (7 Bände, Paris), die von Moeller van den Bruck besorgte Ausgabe der Sämtlichen Werke 5jodor vosto- jewskis, soweit erschienen (München und Leipzig 1907-1910, 21 Bände), den ersten Band