Druckschrift 
Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

5avence- Fabrikation im aadtzeknten )abrkundert in und bei lZrernen

von vr. XV. (Zerhold

snn in den letzten fahren in und bei Greinen sich allent­halben die Schlote neuer Fabriken erheben, und es versucht wird, durch Förderung der Industrie neue Er- wsrbsmöglichkeiten zu schaffen, so begegnet man viel­fach der Ansicht, daß derartige Unternehmungen für Bremen neu seien. Dies ist aber nicht der 5aII. Schon im Anfange des achtzehnten Jahrhunderts finden wir eine solche Periode industrieller Gründungen, durch deren Unterstützung der l^at in Bremen und die Regierung in Bannover (l^eg. Patent vom 17. II. 1750) den durch den dreißigjährigen Krieg zerrütteten Wohlstand ihres Landes zu heben suchten. Besonders war es wegen der grofzen Erfolge der Deister 5avence-Fabrikation und nach der 1709 erfolgten Erfindung des euro­päischen Porzellans die Keramische Industrie, die in einem allerdings oft die Bedürfnisse und Aufnahmefähigkeit des Landes übersteigenden Umfange betrieben wurde. Überall wurden Fabriken des echten Bart- porzellans oder der euphemistisch auch als Porzellan bezeichneten 5avence gegründet. 5Iuch in Bremen tauchten damals Personen auf, die sich beim I^ate erboten, 5avence-5abriKen anzulegen.

5lm 30. ?uni 1734 bat') der (Zlas- und Spiegelmeister Elias Vater aus Dresden, dafz ihm zur Anlage einer 5abriK 150 ^aler bar, 5000 Ziegel, der erforderliche Lehm und ein T^agarbeiter zum Ofenbau, sowie zwei Klaftern Bolz zur Verfügung gestellt würden. Dafür versprach er innerhalb neun bis zehn Wochen eine grofze Mengeporcellain" (gemeint ist ?avence), weifz und gefärbt, in allerhand Modellen als Schüsseln, Keller, Teekannen usw. herzustellen. Der l^at war der Ansicht, daß diesem Unternehmen aller Vorschub geleistet werden müsse, machte

') ttkten des Staatsarchivs Bremen, Ss. Sb, S. I.