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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
113
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Vie Sammlung des Doktors Segelken

von s. ?. IZartlaub

?nter den verschiedenen Sammlungen, aus denen sich der Bestand an graphischen Blättern unseres Kupferstich- s Kabinetts zusammensetzt, ist die Sammlung Segelken ! wohl nicht die wichtigste und Kostbarste, aber doch eine ' der interessantesten.

! Oer 1885 verstorbene Dr. Hermann Segelken, ein langjähriger 5reund und Förderer des Kunstvereins, vermachte seiner Vaterstadt testamentarisch eine ziemlich umfangreiche Kollektion von italienischen Holzschnitten des fünfzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts, sowie gleichzeitig eine dreibändige handschriftliche Monographie über den­selben (Zegenstand. Weder die Bedeutung des wissenschaftlichen Werkes noch die der ergänzenden Sammlung ist in und außerhalb Bremens genügend bekannt. Ls ist daher wohl angebracht, im Interesse der Kunstwissenschaft auf beides erneut hinzuweisen.

- Was das Manuskript betrifft, so sei zunächst an die Verhandlungen erinnert, die der Kunstverein nach Segelkens ^ode mit der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien führte und die einen Abdruck des ganzen Werkes bezweckten. In Wien beabsichtigte man dieses einer damals geplanten, großartig angelegten Geschichte des Bilddruckes aller Länder und Zeiten einzuverleiben, an der die namhaftesten Gelehrten mitarbeiten sollten, vie Verhandlungen mit dem Bremer Kunstverein scheiterten, wie es scheint, erstens daran, daß man aus Pietät nur einen Abdruck in extenso gestatten wollte, dann aber auch an dem Umstände, daß man sich nicht entschließen Konnte, den Wienern die SegelKenschen Bolzschnitte als I^eproduKtionsmaterial für die Abbildungen zur Verfügung zu stellen. Wir müssen dies nachträglich sehr bedauern. Venn, so sehr auch die Besorgnis, die Blätter möchten durch den Transport und die Benutzung einigen Schaden erleiden, respektiert werden soll, so muß doch den Wienern recht gegeben werden, wenn sie die wohlgeordnete und im engen Kontakt mit dem wissenschaftlichen Werk stehende Sammlung als