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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
104
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Die

Drewer Heringsfisckerei-COMpagnie von 1806

Von Z. ssocke

IU Anfang des vorigen Jahrhunderts ist von Dremen aus ein früher und bemerkenswerter Versuch gemacht, den allzu bescheidenen Anteil Deutschlands am 5cmge des Oerings, des für die Volksernährung wichtigsten See­fisches, zu vergrößern. Oer Deringskang in der Nordsee lag damals ganz in den ständen der Schotten, der Skandinavier und der Holländer. In Deutschland wurde, obwohl seine Nordseeküste an Länge der holländischen nicht viel nachstand, der l?erings- fang nur von Lmden aus betrieben. Dort hatte Friedrich der (Zroße 1769 diese Fischerei mit allerlei Vorrechten ausgestattet und dadurch wieder zu einiger lZIüte gebracht.

Oer IZremer Versuch, der sich ohne weitgehende Privilegien behelken mutzte und standhaft trotz vieler Mißerfolge während eines Menschen­alters durchgehalten wurde, ist kür die (Zeschichte der deutschen Seefischerei nicht ganz ohne Interesse. Seine Kurze Schilderung*) ist dadurch ermöglicht, daß dem Historischen Museum vor einiger Zeit mehrere alte Papiere aus dem Nachlaß des Schiffsbauers und Reeders Johann Lange aus Vege­sack geschenkt wurden, die das geringe Material, das die Stadtbibliothek und das Staatsarchiv besitzen, in glücklicher Weise ergänzen, so daß sich ein leidlich Klares vild von der (Zeschichte des lehrreichen Versuchs ge­winnen läßt.

Oer unternehmende Kaufmann 5riederich Schröder**), besonders be­kannt durch den von ihm I8Ib in Nuktrag gegebenen Vau des ersten

') vis Notiz über das Unternehmen in: vremen und seine Sauten, S. 67S, ist dürftig und unrichtig.

") Sein Vorname wird dreisilbig geschrieben. Lr ist geboren 2?. Mörz 1775, ge­storben Z. Oktober I8Z5. Von seinen beiden Porträts (Tlafel XXI) ist das jugendliche I80l nach einer Zeichnung von Souquet in Paris angefertigt. Das andere, datiert von 1832, ist ein Werk des Porträtmalers IZ. v. SunKe.