Lin ZugendwerK des DildKauers (7). Ludwig (Dunstermann aus Hamburg
von Karl Schaeker
s war vor drei fahren, daß ich in dem sonst an alter Kunst Keineswegs reichen hannoverschen Klecken Rotenburg, der etwa sechs Wegstunden von Bremen an der Straße nach Mamburg gelegen ist, im Besitz zweier verwandter Familien eine Anzahl auffallend reicher Schnitzwerke fand. Sie befanden sich in einer merkwürdigen Verfassung. Zwei von ihnen waren zu Spiegelrahmen verwendet, das l?auptstück bildete einen CcKschrcmK, und außerdem gehörte dazu noch ein frei gearbeitetes großes Wappenschild mit zwei ansteigenden Löwen als kalter, das in demselben modernen „Salon" gegenüber den Spiegeln an der Wand hing. 5!lle diese ^eile waren mit brauner Ölfarbe gestrichen und lackiert. Oie beiden Besitzer dieser zusammengehörenden Schnitzereien wußten zu erzählen, daß ihr Vater im ^jahre 1860, als die alte Pfarrkirche zu Rotenburg abgebrochen wurde, diese Stücke um ein (Zeringes erworben und daß er sie stets sehr hochgeschätzt habe. Man wußte auch, daß sie ein Orgelgehäus gebildet hatten, das ursprünglich nicht für die Pfarrkirche, sondern für die Kapelle des Bischofs von Verden in dessen Sommerschlößchen auf der Schanze vor Rotenburg ausgeführt worden sei. Diese Kapelle ist samt dem Schlosse selbst bald nach dem 30jährigen Kriege dem Erdboden gleichgemacht worden, nachdem die Schwedenkriege dem Bau so viel Schaden angetan hatten, daß wohl ein Wiederaufbau nicht lohnte. -
5Us es darauf gelungen war, das gesamte Schnitzwerk für die Sammlungen des (Zewerbe-Museums zu erwerben, begann die Arbeit der Reinigung, das Loslösen der entstellenden Zutaten von I8b0, die Rekonstruktion des vermutungsweise anzunehmenden ursprünglichen