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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
20
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Die VenKmäler von Bismarck und (l^oltke

in Dremen

von (Zustav Pauli

lie Wremer dürfen es mit (Zenugtuung feststellen, daß sie von den Unbilden einer denkmalwütigen Zeit so ziemlich verschont geblieben sind. Was haben wir nicht draußen im deiche aller Orten mit Kopfschütteln und Srauen und schließlich mit stumpfer Resignation entstehen und auf Postamente steigen sehen, nachdem die Deutschen wieder reich und mächtig und ihres Reichtums und ihrer Macht bewußt geworden waren! Vollends seit dem letzten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts ist der Cnthüllungsfeiern Kein Ende mehr, da jede provinzial- stadt nicht eher ruht, als bis sie ihr Kriegerdenkmal, ihren Bismarck und (NoltKe bekommen hat. Dabei hat sich eine Konvention der DenKmals- plastik entwickelt, deren Langweiligkeit laut zum Gimmel gähnt und welche zu einer ernsten (Zekahr für die ganze Bildhauerei herangewachsen ist. Abhilfe zu schatten, scheint nicht leicht zu sein, da für gewöhnlich nicht der Künstler, sondern das in Kommissionen organisierte Laienpublikum in allen einschlägigen Tragen entscheidenden Einfluß ausübt. Line besonders verhängnisvolle I^olle spielt dabei der landesübliche ali­gemeine Wettbewerb, der ernstlich genommen nichts anderes kür sich hat, als den Wohlklang einer tönenden Phrase. Nicht wahr, es Klingt so plausibel, daß 5Ule, die sich für solch eine 5wkgabe erwärmen, ihre besten Pläne miteinander vergleichen lassen sollen! Man dürste hosten, ein unbekanntes (Zenie zu entdecken, man Könnte den jungen Talenten (Zelegenheit verschaffen, sich auszuzeichnen usw. Ls läßt sich noch manches