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Die Drewer Stadtmusikanten
Lin veitrag zur bremischen Musikgeschichte
(5ws den 5lKten des Staatsarchivs) Von Sr. Weltmann
lir gehen nach lZremen und werden Stadtmusikanten;
etwas besseres als den ^od findest du überall", ^ so ^ sagen die verzweifelten Haustiere in (Zrimms wohlbe- ' Kanntem Märchen. Dieser Ausspruch wirkt ein schlechtes l Licht auf die Zustände bei der Drewer Stadtmusik, die zur I Lntstehungszeit jener Crzählung dort geherrscht haben müssen. Welche Zeit aber war das? — Daß das Märchen nicht zu den ältesten Volksschöpfungen gehört, zeigt schon der ironische Zug, der in solcher Bemerkung, wie die oben angeführte, liegt; ein Zug, der dem naiven ^on der echten Volksdichtung fremd ist. Qns lZremer aber Könnte gerade diese boshafte Äußerung veranlassen, uns über die Verhältnisse der Dremer l^atsmusikanten genauer zu orientieren. Was wir über sie in den bremischen (ZeschichtswerKen von Post, fzeineken, vuntze u. a. finden, ist vielfach unrichtig und jedenfalls nur ganz oberflächlich. Cs dürfte sich daher lohnen, hier einmal so weit in die ^iefe vorzudringen, wie es nach dem überlieferten Material irgend möglich ist.
va sieht es nun allerdings recht trübe aus. Ltwa seit dem dreizehnten Jahrhundert haben sich die in den Städten ansässig gewordenen Spielleute, um dem 5Iuche des fahrenden Sängertums ein Cnde zu machen, zu Silden zusammengetan: seit dem fünfzehnten Jahrhundert gibt es den Namen Stadtpfeifer oder Stadtmusikanten oder Zinkenisten, wahrscheinlich also auch erst seit dieser Zeit festangestellte, beamtenmätzig besoldete Musiker im Dienste der Stadtverwaltungen. Und wenn die lZremer Mönche auch einst ob ihres schlechten (Zesanges in der musikalischen Kirchenwelt einen üblen I^uf hatten, so ist doch die Vorliebe für musikalische (Zenüsse in der Hansestadt jederzeit groß gewesen, so dak wir mit ziemlicher Sicherheit annehmen dürfen, es habe auch hier bereits im fünfzehnten Jahrhundert Stadtspielleute gegeben, vis in das erste Viertel
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