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Briefe von und an Heinrich Bulthaupt / Heinrich Bulthaupt. Hrsg. von Heinrich Kraeger
Entstehung
Seite
304
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Fran) von Holstein und die Seinen.

An und von Franz von Holstein. An Fr. von Holstein.

Bn'men, 7. 10. 7>, .... Hätte ich Ihnen nicht das Versprechen gegeben, über die Aufführung desHaideschacht" zu berichten, so hätte ich es ganz gewiß schon aus eigenem Antrieb getan: so lieb, so wert­voll war mir der Abend, daß ich das Bedürfnis empfinde, mich Ihnen gegenüber darüber auszusprechen. Erst von der Bühne herab ist mir die ganze Innigkeit dieser gemütvollen und frischen Weisen aufgegangen, und da ich wirklich nicht stolz genug bin, mich der Tränen zu schämen, so gestehe ich Ihnen ganz offen, daß mir das Auge mehr als einmal feucht geworden ist. Senti­mentalität ist für mich fast immer verloren und läßt mich kalt; aber wo kindliche Natur wie aus blauen Augen klar und rein i» die Welt blickt, da übermannt es mich leicht und ich werde weicher, wie ich möchte. Und so ist es mir mit dieser Mnsik gegangen. Die innere Harmonie, das stete Zurückkehren der abirrenden Be­wegungen nach dem einen Mittelpunkt alles Seienden: der Ruhe das ist es, was mich darf ich es sagen? als etwas Verwandtes (wenigstens in der Sehnsucht danach) berührt, was mir so wohl getan hat. Wie hoch mir derHaideschacht" als Kunstganzes steht, brauche ich wohl nicht mehr zu sagen; hatte mir ihn der Kiavierauszug schon sehr, sehr lieb gemacht, so hat