Lehr- und Wanderjahre.
Briefe an das Elternhaus und die Freunde.
An den Vater.
Würzburg, 10. 11. 68. .... Die Kollegien haben nun begonnen und nehmen mich täglich 3—4 Stunden in Anspruch. Auch einen Sohn von Clemens Brentano, Privatdozent Dr. Franz B., hörte ich über die „Geschichte der deutschen Philosophie" sprechen, einmal uud nicht wieder! Dieser gute, von der Menge der Stndicrenden gefeierte Mann, der im unverständlichsten Pianissimo spricht, wollte das Dasein Gottes stringend — (wie er sagte: „strinchend") beweisen. Das Dasein Gottes, des persönlichen Gottes, beweisen zu wollen! Als hätte der Glaube nicht genug au diesem unlösbaren Problem zu tun, als wäre es nicht genug, was die praktische Vernunft sich dialektisch aufbaut, als hätte Kaut nicht schon den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er dem menschlichen Jdeenkreis eben nur subjektive Gültigkeit zuspricht.....
Au die Mutter.
Wllrzburg,
.... Die Kollegien, durch Krankheit leider unterbrochen, besuche ich jetzt wieder und hole das Versäumte nach. Eine Freude war es für mich, daß Fran Dr. S., eine hochgebildete und sehr musikalische Frau, mich in ihr Kränzchen lalle 14 Tage) gezogen hat. Sie will am 1. März die sog. Vogelkantalc von Johanna
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