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Wegs von Leuten erzählt, Mr. Firminger habe die Frau des Könists von Sälaga gefangen fortgeführt. In Liatl trafen wir einen Mann, der gradeswegö aus Sälaga kam, und der auf unsere Frage nach den Vorgängen dort erzählte: er sei dort gewesen, als der König sich weigerte, das englische Protcctorat von Mr. Firminger anzunehmen. Da habe dieser die englische Flagge gehisst und Sälaga für englisches Gebiet erklärt, außerdem deS KönigS Frau gefangen und demselben gesagt, er könne sie wiederbekommen, wenn er noch nachträglich um Protcctorat bitte, englisch sei das Gebiet doch. Der Herr ist zweifellos sehr schlau, und auf diese Weise werden wohl auch die Asantes zu der Bitte um Protcctorat gekommen sein. Englischer Grundsatz lautet ja: „Alles zur Beglückung der Wilden."
Neunter Abschnitt.
Ueber Echolu nach Acho. Landslente beim Sedanfest. Nach Wli. Hoch im Gebirge. Der weiße Negerhäuptling. Blutiges Ereignis. Nach Gbele; neue Erwerbung. Durch die Steppe. Nachtlager im Wald. Rückkehr zur Küste. Zwei neue Erwerbungen.
Mit dem Trost, bei unserer Wendung nach Oi'ten wenigstens noch einen Erfolg gehabt zu haben, traten wir um neun Uhr den Marsch an. Die Hitze war groß, schon am frühen Morgen, und ich fühlte mich unpässlich. Die Anstrengungen des Marsches, der Missmuth über die Nothwendigkeit der Aenderung deS Weges — wir hatten so froh nach Nord geblickt — namentlich aber das Kopfzerbrechen über die Formation des Gebirges, die Schwierigkeit, erst ein richtiges Bild davon zu bekommen, und die aufreibende Arbeit der Kartenausnahme beim Bergsteigen, wie des Zeichnens während aller Ruhepausen, das insgesamt hatte mich angegriffen. Nie hatte ich einen Sonnenschirm aufspannen können, weil ich stets mit Buch, Bleistift, Uhr, Barometer und Kompass in der Hand ging, und das wurde mir an diesem Vormittage verhängnisvoll. An der Küste, wo die frische Seebrise weht, geht es ganz gut auch ohne Schirm, auch beim Marsch durch das Land, wo selbst die Bäume der Savanne während des größten Theiles des Tages etwas Schatten spenden; im Gebirge aber, wo die Sonnenstrahlen scheitelrecht auf den Fels schlagen und durch das Zurückprallen eine furchtbare Schwüle erzeugen, ist das Marschiren ohne Sonnenschirm äußerst erschöpfend.