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von Herrn Grade bewahrt, um Seiner Majestät vorgelegt zu werden.
Als die feierliche Handlung vollzogen, da klatschten Häuptlinge und Volksversammlung in die Hände und jubelten, und der Bote an König Agbowi musste sogleich von dannen. Wir beide aber schüttelten uns die Hände, die letzte Flasche Moselwein wurde angebrochen, die Gläser gefüllt, und dann stießen wir an und sprachen — es war selbstverständlich: «Seine Majestät der Kaiser Wilhelm"! Der gute Schneider, der so tapfer geredet und gedolmetscht und so warn: und lieb von unserem Kaiser gesprochen, schlich vorbei; da bekam er auch ein Gläschen und musste auf deutsch sprechen: „Seine Majestät der Kaiser Wilhelm lebe hoch!" Denn englisch ging das doch nicht.
Die Protectoratsanträge wurden stets englisch ausgefertigt, damit bei etwaiger Ankunft der Engländer diese die möglichen Ausschreitungen ihrer Haussas nicht damit entschuldigen könnten, sie hätten den Inhalt des Papiers, das ihnen wohl vorgelegt, nicht verstanden.
Das ganze Palaver bis zur Unterzeichnung der Aktenstücke hatte nur eine Stunde gedauert, und schon vor ein Uhr waren wir auf dem Weitermarsche, mit dem frohen Bewusstsein, im Dienste des Kaisers Mchrer des Reiches geworden zu sein.
Achter Abschnitt.
Von Tuwi nach Agome. Der fröhliche Gidegide. Neue Erwerbung. Ueber das Agome-Gebirge in den Kessel von Tomegbe. Fehlschlage. Ein neuer Erfolg in Liati.
Es war am Montag, den 29° August, nachmittags 2 Uhr, als wir in Agömc-Pälimc einrückten. Der Häuptling Gidegide kam uns schon entgegen, bot uns heiter einen fröhlichen Willkommen und lud uns ein, es uns in seiner Stadt bequem zu machen. Wir aber wollten, da wir erfuhren, dass der Oberkönig in Jö, noch ein paar Stunden nördlich wohne, sogleich unseres Weges ziehen und forderten Gidegide auf, mit uns nach Jo zu kommen. Aber mit Gidegide wurden wir nicht so leicht fertig wie mit Agbow!. Er lachte aus vollem Halse und fragte, ob wir etwa dächten, dass in seinen: Orte nicht Speise die Fülle sei und Palmwein. Wasser zum Wasche,: war uns schon gereicht, und nun ließ Gidegide auch so--