in einem heroischen Zeitalter befänden; dazu fehlt eben das eigentlich Heldenhafte. Möglich ist eS aber, dass bei den Anglös dieser Zug stärker hervortritt, auch vielleicht in Poesien; Menschenräuber waren auch die Griechen Homer'S, und die Auglüleute brauchen deshalb durchaus nicht gemeine Spitzbuben zu sein.
Den Weißen erkennen die Ewe-Neger als ihren natürlichen Herrn an; sie fühlen ihm gegenüber ihr eigenes Bedürfnis, sich von ihm leiten zu lasten, obwohl sie seine Schwächen kennen und bespötteln. Bei Streitigkeiten überlasten sie oft dem Weißen das Schiedsrichter- amt. Als Untergebene sind sie fast durchweg geduldig und diensteifrig, so lange sie eine gewisse Leitung fühlen; doch veranlasst sie ihr Wankelmuts) oft zu plötzlichem Davongehen. Nur in diesem Sinne ist der Neger treulos; für einen gerechten Herrn beweist er Liebe und Anhänglichkeit, selbst Opfermuts), und hält es für selbstverständlich, dass er selbst leidet und sich müht, um seinem Herrn Schwierigkeiten zu ersparen.
Von Kewe-Ga nach der Heinrichshöhe. Ein Verbrecher und Strafvollzug. Blick von der Heinrichshöhe über das Gebirge; -er Adaklü nnd Agutö. Nach Vatome. Agbolvi, der König von Agotime.
Der Zwischenfall mit dem Anglü-Mann, dem Menschenräuber Pögo, hatte Veranlassung zu einer zusammenhängenden Darstellung der Culturzustände des Ewevolkes gegeben. Da das Ziel der Expedition nicht verrückt werden durfte, und die politischen Verhältnisse zu schnellem Vorgehen drängten, so musste die Ergreifung Pägo'S vecschoben werden. Wir machten am Orte noch einen Anglü ausfindig, der zwar nicht zu Pogo'S Truppe gehörte, aber doch seine Schlupfwinkel kannte. Diesem wurde aufgetragen, dem Räuber mitzutheilen, dass, wenn die geraubten zwölf Käwe-Leute nicht zurückgeschafft würden, der „Aaman comandanti" kommen würde, um sein Gehöft niederzubrennen, und ihn selbst, wenn er ihn fasste, zu hangen. Dann zogen wir weiter, schon um einen halben Tag verspätet durch diesen Vorfall. Zur Mittagszeit waren wir in dem kleinen Dörfchen AU, wo wir abkochen ließen. Die Landschaft wird hier immer reicher, der Boden ist humusreicher Sand und Lehm. Auffällig ist in dieser Gegend die bedeutende Höhe der übrigens im