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antwortungsreichen Arbeit erhalten. Auf diese Weise wird „deutscher Geist“ an den Marken deutscher Sprache und deutschen Volkstums erwärmend, belebend und befestigend wirken, daß kein Fuß breit „deutschen Bodens“ mehr verloren gehe. Den Besuchern dieser deutschen Sprachinseln, die im Sommer in Gottes freier Natur Erholung und Abwechslung von ihrer täglichen Arbeit suchen, möchte ich zum Schluß noch das bedeutende Wort Peter Roseggers zurufen:
„Schonet das Volkstum! Schonet eine alte Weltanschauung, mit der es noch möglich war, glücklich zu sein. Schonet eine Überzeugung, bei der noch Charaktere gediehen sind. Ihr seid in unseren Bergen die lieben willkommenen Gäste, die Erholung, Anregung, Erweiterung von Kenntnissen und edle Genüsse finden sollen — so freuet euch harmlos mit uns über die herrliche Natur und über die einfachen Menschen, die trotz des kümmerlichen Loses bisher zufrieden gewesen sind bei ihrer treuen Arbeit und schlichten Lebensweise, in einer Art Idylle lebend, wie man sie draußen in der Welt nicht mehr findet. Und soll schon Handel und Wandel sein, so traget nicht mit zu großer Absicht Kultur in die Alpen hinein, freuet euch ihrer Natur und nehmet davon ein wenig mit in die Städte!“
A n h a n g.
Sprichwörter aus den oberitalienischen sieben Gemeinden von Vizenza und aus Lusern.
Wie sicli im Volkslied uns des Volkes Fühlen und Sinnen, seine Freude und sein Leid offenbart, so stellt sich uns im Sprichwort das Denken einer völkischen Gesamtheit dar. Das geflügelte Wort des Volksmundes, das Sprichwort, ist so das Ergebnis der Erfahrungen eines Volkes geworden, in ihm findet die volkstümliche Philosophie ihren Ausdruck. Nicht mit Unrecht ist es als die „Weisheit der Gasse“ angesprochen worden, spiegelt sich doch vielfach die wahre, derbe und kernige Eigenart des Volkes in ihm wieder. Das sind keine engherzigen und kleinlichen Regeln der Schulweisheit, sondern praktisch erprobte Worte des Volksmundes, die von Geschlecht zu Geschlecht als eiserner Bestand vererbt werden. Sie machen einen wichtigen Bestandteil des vaterländischen Gehaltes eines Volkes aus.
Wann und wo sie entstanden sind, ist fast niemals festzustellen, das Wie können wir einigermaßen verfolgen. Ein gelungenes Scherzwort, ein gelegentlicher Spott fanden willige Hörer und Verbreiter. Manche an sich geringfügige Beobachtung ward zum Ausgangspunkte zahlreicher