II. Abschnitt.
DEUTSCH-FERSENTAL.*)
In östlicher Richtung- von Trient führt die Poststraße und seit dem Jahre 1897 auch die Eisenbahn nach dem Badeorte Levico und von da über Borgo nach Tezze, wo jenseits der Grenze die Poststraße weiterzieht, nm den Verkehr mitBassano zu vermitteln. Hier erst setzt auf italienischem Gebiete die Bahn ein und bringt uns in einigen Stunden nach Venedig.
Das Tal, durch welches diese beiden Verkehrswege auf österreichischem Gebiete ziehen, ist das Val Sugana (deutsch: Suganertal), doch beginnt dasselbe erst bei dem Marktflecken Pergine, während von Trient bis an den letztgenannten Ort die wildbrausende Fersina die Landstraße von der Bahn scheidet. Südlich vom Val Sugana und östlich von der Etsch dehnen sich bis zur Landesgrenze die lessinischen Kalkalpen aus.**) Der höchste Gipfel derselben ist der Zwölfspitz (Cima-Dodici) mit 2331 m. Das Suganertal und die angrenzenden Seitentäler erfreuen sich bis zu mäßiger Höhe eines milden gesunden Klimas, da die lauen Südlüfte Zugang zu ihnen haben, die rauhen Nordwinde dagegen durch die Berge abgehalten werden.
*) Entfernungen im Fersentale: Pergine-Canezza: 45 Minuten; C.-Gereut': 20 Minuten, G.-Mühlbachtal: 30 Minuten, M.-St. Franzesco: 30 Minuten, St. F.-St. Felix: 20 Minuten, St. F.-Palai: 60 Minuten, Canezza Eichleit: 50 Minuten.
Pergine: 482 m, Canezza: 596 m, Gereut: 650 m, Franzesco: 980m, Felix: 1122m, Palai 1403 m, Eichleit: 1050 m.
Auf der deutschen Seite des Fersentales leben nach Katalog 1907 ca. 2085 Personen, man kann sie nahezu alle als deutsch bezeichnen, mit Ausnahme von 1—2 Dutzend. Der Rest der Deutschen fällt auf Eicliberg S. Orsola und Canetsch, ersteres mit 120 Deutschen, letzteres mit mindestens 200, der Gesinnung nach viel mehr.
**) Nicht zu verwechseln mit den „monti lessini“, die sich an der Landesgrenze auf italienischem Gebiete von Ala bis Schio hinziehen.