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Deutsche Sprachinseln in Südtirol und Oberitalien : 1: Land und Leute / von Alfred Basz
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gibt es noch heute eine große Anzahl von Höfen, die deutsche Namen tragen, ein Zeichen, daß diese ganze Gegend von deutschen Bewohnern besetzt gewesen ist. Da findet man Namen wie:

Äser (Haser), Beckerli, Bintari, Baltari, Baltbeneche, Bebeste (Päpste), Baldi, Biterli, Ederi, Enderli, Grobe, Ghert, Griez, Groberi, Gottordo, Hole- begh (Hohlweg), Kalch, Kriachar, Kölleri, Kesertal, Kunicki, Laufa, Lofa, Laita, Lab, Lange, Leder, Lesi, Maini, Mittereben, Mittertal, Nordari, Ongar, Onteri, Purghel, Penele, Pergo, Pergari, Rauti, Rauter, Seeli, Saor, Schal, Scioler (Schüler), Spitzerli, Stöcker, Stopeli, Saibe, Stif, Stafer, Stech, Scofermaor (Schafermair), Thalari, Traclii, Thal, Teldi (Thäler), Trettene, Wucheni (Fuchs), Wessarde, Wesenpomm, Zagari, Zauch, Zot. Bei Treg- nago kommt auch die BezeichnungAnderlan vor.

Um nach Recoaro zu gelangen, wendet man sich nordöstlich dem Carnpo Brunn zu und kommt über die Ortschaften: Parlati (629 m), Storti in drei Stunden nach Recoaro (GasthausTre Garöfani, 3 Nelken) 450 m.

Rückblick: Zustand der genannten Sprachinseln.

Fragt man sich nun nach dem gegenseitigen Verhältnis dieser beiden Gruppen (der Sette Comuni und Tredici Comuni) ehemals vollständig- deutscher Sprachgebiete in Oberitalien, so besteht jetzt kein Zweifel, daß die Sette Comuni von Vizenza das Stammland bilden für die Tredici Comuni von Verona, die sich nachweislich vom letzten Viertel des 13. Jahr­hunderts an aus jenen erstgenannten bevölkert haben. Ihre Sprache ge­hört zu dem großen bajuvarischen Dialekt, dort hat sie sich selbständig weiter entwickelt und auch von seiten der umliegenden Ortschaften starke Beeinflussung erfahren. Die Mundart der Sette Comuni hat noch einen guten Teil mehr von dem alemannischen Idiom erhalten, als die Tredici Comuni. Daher erklärt sich auch die Annahme, die Luserner und die Be­wohner der Sette Comuni seien alemannischen Stammes, und nur durch den Einfluß der Tredici Comuni seien in die Mundart von Asiago bayrische Elemente eingedrungen. Diese ganze Beweisführung fällt aber in sich zusammen, da die Tredici Comuni erst eine Pflanzstätte der Sette Comuni gewesen sind. Daher kommt es ferner, daß die Einwohner der Tredici Comuni leichter von ihrer Mundart abgekommen und für die Aufnahme der italienischen Sprache empfänglicher waren, während das Stammland teilweise bis in die neueste Zeit gegenüber den Bemühungen der italie­nischen Partei standgehalten hat.

Die oberitalienischen Gemeinden bilden nach alledem eine Ver­mischung deutscher, größtenteils oberdeutscherMundarten. Die­selben gelangten im Laufe mehrerer Jahrhunderte zu einer einheitlichen Ausbildung und erhielten so einen Charakter, der der tiroliscli-bayrischen