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Kugeln zusammengewickelt werden. Die Gummiwaldungen bilden keinen geschlossenen Bestand yoh Gummibäumen, diese finden sich horstweise oder vereinzelt meist an den Rändern der Flüsse. Man zählt sie. 150 Bäume bilden eine „estrada“, welche als Wertmesser für Preis und Besteuerung zugrunde gelegt wird. Der Wert von Offerten, welche keine Angabe der Estradas enthalten, ist nicht zu schätzen. Die Besteuerung ist ein Boliviano per Estrada. 15jährige Steuerzahlung gibt Eigentumsrecht. Man zahlt dem Capataz, welcher die Arbeiter anwirbt und für sie verantwortlich ist, 10 Bolivianos per Kopf, dem Arbeiter selbst 50 bis 60 Bolivianos per Quintal abgelieferten Gummis, doch müssen hier ebenfalls beträchtliche Vorschüsse in Geld und Waren gegeben werden. Mais und Gemüse werden an den Arbeitsstellen produziert; Waren an die Arbeiter verkauft die Unternehmung. Die Kosten des Transportes nach der Küste sind je nach der Lage der Gomales verschieden. Bei einem mir vorliegenden Anschläge über Gomales, die nur drei Tagereisen von La Paz liegen, betragen die Kosten per Quintal bis Europa 102,25 Bolivianos.
Das Risiko der Gummiindustrie liegt im Preise des Artikels, welcher neuerdings stark geschwankt hat, ferner in der Arbeiterfrage. Eine Yankeeunternehmung importierte vor Jahren Neger von San Domingo, die sich nicht bewährten. Die Gefahren liegen in den Fiebern, welche bei genügender Vorsicht indes keineswegs so schlimm sind, als man glaubt. Wilde Indianer mögen teilweise lästig werden. Meistens sind sie bei guter Behandlung nicht bösartig.
Die Zukunft dieser grossen Region ist die eines zentral gelegenen Tropenlandes, welches in diesem Falle den Vorteil der grossen Flussläufe hat, die den Export erleichtern 1 ).
Die östliche Region Boliviens.
Nicht viel geringer an Flächenausdehnung als die nördliche Region ist die immense Fläche, die sich zwischen der Kordillere
1) Zurzeit sind zwei Gummiunternehmungen für Bolivien im Entstehen, denen wir viel Glück wünschen.
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