II. Argentinien.
Argentinien ist das grösste, Europa nächstgelegene, der zu besprechenden Länder. Es reicht von den Grenzen der antarktischen bis in die heisse Zone und von der grossen Eahrstrasse des atlantischen Ozeans bis fast zum Stillen. Nur die hohe Cor- •dillere und der schmale Küstenstreif, welcher sich Chile nennt, trennen das Land und allerdings vollständig vom „Pacifico“. Argentinien ist das Land der Ebene, denn diese nimmt den bei weitem grössten Teil des Landes ein, welches fünfmal so gross wie Deutschland ist und noch nicht den zehnten Teil von dessen Bevölkerung hat. 20 % derselben wohnt in der Hauptstadt Buenos Aires (gute Lüfte), eine Stadt, die unfraglich einst eine der grössten der Welt werden wird, keine zweite hat ein so grosses und entwicklungsfähiges Hinterland.
Den Kern des Landes bilden die Provinzen oder Bundestaaten Buenos Aires, Entre Bios — zwischen den Flüssen Parana und Uruguay, Santa Fe, Cordoba, San Luis und Gobernacion de la Pampa. Es sind wesentlich Ackerbauländer mit gemässigtem Klima, gutem Boden, meistens tiefgründiger roter Lehm, vielfach mit starken Humusschichten. Der Boden ist fast ausnahmslos weizen- und luzernefähig. Die Besiedlung Argentiniens ist von Buenos Aires ausgegangen-, so sind auch die nächst gelegenen Provinzen am meisten bevölkert und kultiviert, haben die meisten Eisenbahnen und grösseren Städte. Sie durchschneidet die grosse Wasserader des Paranähusses. Die Gobernacion de la Pampa ist neu, dürfte sich aber bald würdig den anderen Provinzen an- schliessen, da überall, wo die Eisenbahnen sie durchschneiden und das Land in Kultur genommen ist, reiche Ernten erzielt werden. Um