wird und namentlich das Hauptkontingent der Arbeiter für die Minen liefert, dem sich bolivianische Cholos (Mestizen), Chilenen und Peruaner anschliessen. Der Sommer bringt die Regen meist mit Gewittern, in denen sich die hohe elektrische Spannung dieser Region fast täglich mehrmals entladet. Hagel fällt häufig.
November bis März sind in der Regel frei von Nachtfrösten. Der Boden der „Alto planicie“ ist vielfach sehr gut. Am Fusse der Berge, wo Quellen zutage treten, und in den Tälern sind zahlreiche Indianeransiedlungen, indes tritt Wassermangel ein, falls die Regen nicht in gewünschter Menge fallen; Hagel, Fröste und vor allem der grosse Unterschied von Tag- und Nachttemperatur machen die Hochebene für einen Ackerbau in europäischem bzw. argentinischem Sinne nicht geeignet — Wintergetreide zu bauen ist ausgeschlossen, das Reifen irgendwelchen Sommergetreides überhaupt zweifelhaft. Es ist dies um so mehr zu bedauern, als der Absatz an die Minen bei unglaublich hohen Preisen eine hohe Rentabilität garantiert. In vielen Tälern und geschützten Lagen säen viele Fincas (Estancias) auch Luzerne, und es sind mir Fincas bekannt, die 100% Verzinsung auf den Kaufpreis geben. Doch ist das nicht die Regel. Dass Verbesserungen an einzelnen Stellen durch Bewässerung, Aussaat von Klee und Gräsern, durch bessere Ackerung eingeführt werden können, dadurch Haltung von mehr und besserem Vieh an Stelle der jetzigen degenerierten einheimischen Rassen, halte ich nicht nur — natürlich an geeigneten Plätzen — für möglich, sondern für leicht durchführbar und dann mit hohem Nutzen verbunden, wie ich weiter unten ausführen werde.
Der Mineralreichtum.
Der Hauptreichtum dieser Hochland- und Hochgebirgsregion liegt in den Produkten des Mineralreichs. Vorweg sei erwähnt, dass der Bergbau Boliviens, früher Alto Peru genannt, sehr alt ist, denn schon in vorinkaischer Zeit wurde er auf Gold und Kupfer betrieben. In den Grabstätten der Jentiles, der als Urbevölkerung geltenden Einwohner, finden sich goldene und