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rentabel zu arbeiten. Dieses ist keineswegs der Pall, wie ich später bei Besprechung der Produktionsbedingungen nacli- weisen werde. Tatsächlich gilt hier, wie einer sich bettet, so liegt er. Die Bolivianer haben früher zum Beispiel bei einem Preise von 00 Lstr. per Tonne Zinn lohnend produziert. Heute, nachdem der Preis bis 208 Lstr. hinaufgeklettert war, schmeckt es natürlich niemandem, für 140 oder 120 Lstr. zu arbeiten. Es gibt auch wirklich Minen, die mit 120 Lstr. nichts mehr verdienen; dies ist indes keineswegs oder nur in seltenen Fällen Schuld der Mine, sondern vielfach Schuld der Leitung und der verfehlten Konstruktion des ganzen Unternehmens. Ich konstatiere, dass die grossen und alten Zinnunternehmungen, die auf solider Basis vorgehend Millionen Vermögen verdient haben, während dieser ganzen letzten Periode der niedrigen Preise (in 1907/8) mit Gewinn weiter gearbeitet haben-wie, z. B. Penny y Duncan, Minchin, Aramayo-Francke, Patirio, Harrison y Boetticher, Mettiug, Ante- quera, Dante Abelli, die Minen von Tasnia, Chorolque u. a. m. Fast jede gute Mine kann mit höchstens 100 Lstr. Kosten per Tonne arbeiten. Unternehmungen, welche eine höhere Basis brauchen, sind von vornherein zweifelhaft. Das gesuchteste Metall, Gold, findet sich in der Ostkordillere in grosser Verbreitung. Fast alle vulkanischen Gipfel haben reiche Vetas (Adern) und sämtliche Wasserläufe mit wenig Ausnahmen Lavaderos (Seifen), de weiter nach Norden, um so reicher die Vorkommen. Die peruanische Kordillere von Carabaya ist eines der reichsten Goldländer der Welt, und die üordamerikanische Inka Mining Companie hat dort ausgezeichnete Resultate gehabt. Wir werden später sehen, warum Bolivien ebenso wie andere Goldländer für die Goldgewinnung noch nicht reif ist.
Kommunikationen.
Bevor wir zur Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung der Hochländer und der Rentabilität des Minenbetriebes übergehen, ist es nötig, einen kurzen Blick auf die Verkehrswege und-Mittel zu werfen.