VII.
Ein deutsches Marokko.
„Das Verhalten der farbigen Kolonialtruppen auf dem europäischen Kriegsschauplatz", sagt Sols „und die Pläne ihrer weitergehenden Verwendung zwingen uns geradezu, mit allen Mitteln zu verhindern, daß unsere Söhne beim Schutze ihrer Grenzen ihr kostbares Blut nochmals gegen Farbige verspritzen"! Es hieße eine Sünde begehen an den kommenden Generationen, wenn man Frankreich für die Zukunft nicht die Gelegenheit nähme, seine schwarzen Truppen nach Belieben zu vermehren und zu gebrauchen. Marokko in deutschen Händen aber würde die denkbar wirksamste Handhabe bieten, diese Gefahr von uns abzuwenden. Es würde nicht nur einen Keil in das afrikanische Frankreich treiben und so vor allem dem französischen Nordafrika seinen bedrohlichen Charakter als einheitliche Masse nehmen, sondern im Falle eines Krieges die um einen ihres wertvollsten Zuwachses beraubte schwarze Armee an seine Grenzen fesseln. Mit dem marokkanischen Hebel könnte Deutschland nicht nur machtvoll auf Nordafrika wirken, sondern auch Frankreichs farbige Truppen binden!
Wie sehr uns Flottenstützpunkte fehlten, ist während des Krieges klar geworden. Kein deutsches Schiff, das der Krieg auf dem Weltmeer überraschte, fand einen deutschen Hafen als Zufluchtsort. Der uns am nächsten gelegene, für große Fahrzeuge brauchbare Hafen liegt in Kamerun, von unserer Nordseeküste dreiviertelmal so weit entfernt als New Pork. Es wird natürlich eines Ausbaues der marokkanischen Häfen bedürfen, um sie militärischen Zwecken dienstbar zu machen. Es werden Befestigungen und Kohlenlager, Kabel und Funkentelegraphie anzulegen sein. Ihre Verteidigung dürfte durch die neuen Möglichkeiten der U-Bootswaffe gesichert werden können.
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