V.
Die marokkanische Schlacht.
Hatte Frankreich seine Marokkopolitik unter der besonderen Gunst einer internationalen Konstellation einleiten können, so gedachte es auch die langersehnte Frucht wieder im Schatten weltpolitischer Ereignisse zu ernten.
Noch bevor die Heimat sich auf den verhaßten Feind stürzte, gaben die, dmen die Republik das Schicksal Marokkos anvertraut hatte, das Zeichen zur „marokkanischen Schlacht", der Vernichtungsschlacht gegen das Deutschtum, sein Ansehen, seine Güter, seinen Handel. Der Boden Frankreichs erzitterte unter dem Anprall unserer Regimenter, jedoch die Faust, die die marokkanische Beute hielt, ließ nicht locker. Europa stand in Flammen. Hinter der Wolke von Rauch und Blut aber verfolgte Frankreich hartnäckig sein nordafrikanisches Ziel. Auf der Erde, die wehrlose Opfer deckte, sollte zwischen den Trümmern deutschen Fleißes die Trikolore über der jüngsten französischen Kolonie wehen. —
„Ein Problem war Frankreich in Marokko zu lösen geblieben. Das deutsche Problem. Es ist am i. August 1914 schnell gelöst worden" rühmte sich der Generalsekretär des Protektorats am 12. September 1915 in Casablanca. „Die Frage der Deutschen in Marokko wurde schon in den ersten Tagen gelöst ..... endlich sind wir von diesem Alpdruck der deutschen Einmischung befreit, die für unsere Autorität eine fortwährende Herausforderung bedeutete" berichtete V. Cambon der Heimat.
Es war nicht schwer das Problem zu lösen. Einfach und wirksam war die Methode der „marokkanischen Schlacht". Entfernung und Vernichtung des deutschen Elements. Systematische Zerstörung des deutschen Prestiges in den Augen der Eingeborenen, Beschlagnahme des deutschen Eigentums. Zerstörung der wirtschaftlichen Fäden, die der Fleiß von Jahrzehnten gesponnen,
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