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Einiges aus Samoa und andern Inseln der Südsee : mit ethnographischen Anmerkungen zur Colonialgeschichte / [Bastian]
Entstehung
Seite
40
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Aus Tahiti.

(ok. Bouvis.)

Nuro und Sena waren zwei Freunde; sie gingen eines Tages nach Tupai; die Lebensmittel fingen an, ihnen auszu­gehen. Es wurde ausgemacht, daß Nuro nach Borabora gehen sollte, um neue Vorräthe zu suchen; als aber, während seiner Abwesenheit, der Körper Sena's starb, begrub er ihn selbst. Nuro brachte die Lebensmittel am siebenten, anstatt, wie verab­redet, am fünften Tage, was den Tod Sena's verursacht hatte. Der Geist Sena's machte dem Freunde keinen Vorwarf, und verzehrte mit ihm die Lebensrnittel, die jener gebracht hatte. Aber während der Mahlzeit bemerkte Nuro, daß er nur noch die Seele seines Freundes vor sich.habe; er stellte sich, als ob er nichts bemerke, und gab ihm die Schale aus Cocos, um Trinkwasser zu holen. Dann benutzte er dessen Abwesenheit, uin in seiner Piroge zu entfliehen. AIs Sena bei seiner Rückkehr Nuro nicht mehr vorfand und aus einem fern auf dem Wasser erblickten Schatten schloß, daß er verlassen sei, wurde er von schrecklichem Zorn erfaßt; erfuhr in den Leib eines Oten, holte Nuro bei dem Riff Raanoro ein und tödtete ihn durch Schnabel- hiebe.

In der Nachbarschaft von Opoa auf Raiatea giebt es Geister, welche dem Wandrer die Kehle zudrücken, bis er beinahe erstickt, oder die ihm mit einem Griff sein ganzes Haar ausreißen, sodaß er sein ganzes Leben lang kahl bleibt. Man trifft sie auch Nachts in Puhia, Distrikt Tevaltapu, doch be­gnügen sich diese, Schreie auszustoßen und verschiedenartige