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Die französischen Kolonialbanken / von Otto Soltau
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Edelmetallmangel der meisten Kolonien nur unerhebliche Summen hierbei in Frage.

Die eben besprochenen Darlehen leisteten auch den Einge­borenen gute Dienste. Für die Bank war die Annahme von Schmucksachen, entwerteten Münzen, Silberzeug usw. als Pfand für Darlehen das beste Mittel, um die gewöhnliche Kundschaft der Wucherer zu sich herüber zu ziehen.

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Die Wechselgeschäfte der Kolonialbanken.

Wie die Kolonialbanken dem Geld- und Kreditverkehr inner­halb der Kolonie dienen, so vermitteln sie auch den Zahlungs­verkehr der Kolonie mit dem Auslande oder Frankreich. Diese Tätigkeit der Kolonialbanken ist umso wichtiger, als die hier in Frage stehenden Kolonien fast ihre ganze Produktion expor­tieren und andererseits die Mehrzahl der täglichen Lebens­und Unterhaltsmittel nicht selbst produzieren, sondern sie ein­führen müssen. 1 )

Das internationale Zahlungsmittel ist bekanntlich der Wech­sel. Durch ihn werden Forderungen im internationalen Handels­verkehr eingezogen, Schulden getilgt und so Bargeldsendungen erspart. Wer ins Ausland zahlen will, wird schwerlich jeman­den im Auslande finden, der sein Schuldner ist und ihm genau die Summe schuldet, die er ins Ausland zu zahlen hat. Hier greift die Bank ein, indem sie ihren Kunden zu jedem Geld­beträge Tratten oder Anweisungen auf Frankreich oder das Ausland liefert, mittelst deren die Zahlung dorthin bewirkt wer­den kann. Diese Tratten und Anweisungen kann die Bank er­werben wie die Platzwechsel im Wege des Diskonts oder durch Kauf al pari oder gar gegen eine Prämie. Der häufigste Fall ist aber der, dass die Bank selbst Tratten und Anweisungen ausstellt. Die Anweisung unterscheidet sich von der Tratte

J ) Isaak. Parlam. Bericht 1898.