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einer Südwestbahn), dann Wiedhafen am Nyassa (Endpunkt einer projektierten Südbahn) wären die gegebenen Verbindungspunkte der Bahnen aus Katanga auf deutschem Boden.
Aber Belgien konnte doch nicht so lange warten, bis man auf deutscher Seite endlich zu dem Entschlüsse kommt, die längst im Projekt bestehenden und als unumgänglich notwendig erkannten Bahnlinien durch Deutsch-Ostafrika auch wirklich auszuführen. So profitieren einstweilen wieder die weitschauenden, unternehmenden, einsichtigen Engländer von der deutschen Bedächtigkeit, Unentschlossenheit und Gleichgültigkeit in kolonialen Angelegenheiten.
X.
Das Bild der Kongo-Kolonie wäre nicht vollkommen, wenn nicht auch der kolonialen Einrichtungen Erwähnung getan würde, die im Mutterlande selbst bestehen. Da ist vor allem anzuführen das prächtige neuerbaute Kolonialmuseum in Tervueren, 12 km östlich von Brüssel gelegen, ein monumentaler Prachtbau vornehmster Ausführung, in reizvoller Umgebung, der die äußerst reichhaltigen etnographischen, zoologischen und geologischen Sammlungen aus dem Kongobecken enthält. Die botanische Abteilung befindet sich im Kolonialgarten in Laeken; derselbe hat den Zweck, die Einführung neuer wirtschaftlicher Nutzpflanzen in Kongo zu fördern.
Ebenso großartig wird die in nächster Nähe des Museums in Bauausführung begriffene „Ecole Mondiale“ (Weltschule), eine Schöpfung König Leopold II.; sie soll Angehörigen aller Staaten offen sein und ihre Schüler für den kolonialen Dienst in allen Ländern unterweisen. König Leopold nahm am 22. Juli 1905 selbst in feierlicher Weise die Grundsteinlegung des Schulgebäudes vor. Zurzeit befindet sich die Kolonial- schule in dem früheren Observatorium in Brüssel.
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