Unterlauf des Kongo, finden sich umfassende Hafenanlagen; diese Plätze sind, ebenso wie Banana an der Kongomündung, jederzeit für Ozeandampfer zugänglich.
Die Kolonie hat ein vollkommen geordnetes Postwesen; der Telegraph reicht von Borna bis nach dem Oberkongo und dem Tanganjika; selbstverständlich ist die Kolonie auch an das Welttelegraphennetz angeschlossen.
VIII.
Einen sehr wichtigen Punkt für die Kolonie bilden deren natürliche Plilfsquellen.
Das wichtigste Produkt des Kongo aus dem Pflanzenreich ist der Kautschuk. Die Kautschukpflanze wächst am Kongo wie in ganz Zentralafrika wild, d. h. in natürlichem Zustande als Baum, Strauch- oder Schlinggewächs (Lianen).
Die Kolonie besitzt einen enormen Reichtum an Kautschukwäldern. Die größte Menge Kautschuk kommt aus dem Äquatordistrikt, dann folgen die Distrikte Kassai, Bangala, Stanleyfälle, Uölle, Aruwimi, auch am Lualaba kommen noch bedeutende Quantitäten vor. Weniger findet sich der Kautschuk in küstennahen Gegenden, indem dort die Hauptkautschukpflanze, die Kautschukliane Landolphia, seltener wird.
Die durchschnittliche jährliche Ausfuhr an Kautschuk aus dem Belgischen Kongo unter Einschluß des Transithandels nach und von Südkamerun, Französisch-Kongo, Portugisisch-Kongo, Angola, Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ost- afrika, Uganda und Ägypten betrug in den letzten vier Jahren rund 6 Millionen Kilogramm mit einem Werte von 60 Millionen Franken.
Zur Hebung der Kultur der Kautschukpflanzen sind strenge Gesetze erlassen über das Nachpflanzen der Kautschukbestände, die Methode des Anzapfens u. s. w. und ein besonderer Kon-