IX.
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Der Erschließung dieser reichen Landschaft steht bisher nur ein Hindernis im Wege: der Mangel an Verkehrswegen, das Fehlen des Anschlusses an die Weltmärkte.
Daher beschäftigten sich denn alle an der Entwicklung Katangas interessierten Behörden und Körperschaften von Anfang an auf das angelegentlichste mit der Lösung dieser Lebensfrage.
Nach dem jetzigen Stande der Dinge kommen hauptsächlich folgende Eisenbahnlinien in Betracht:
1. Von Westen her die Benguella-Linie — beginnt an der Westküste Portugiesisch-Angolas (Lobito Bai), erreicht bei Dilolo die kongolesische Grenze und durchzieht den ganzen Kupferbezirk. Bis Dilolo soll der Bau mit englischem Kapital erfolgen, von da an würde ihn die Katanga-Gesellschaft übernehmen.
2. Von Norden her die Unterkongo — Katangabahn, direkte Linie vom unteren Kongo: beginnt am Stanley Pool (Leopoldville, Endpunkt der Kataraktenbahn) und soll längs des rechten Ufers des Kasai und Sankuru nach dem Minenzentrum Katangas führen.
3. Gleichfalls vom Norden her der Kongoweg („Congo- lais“), die zusammenhängenden Schienen- und Wasserwege des Kongolaufes.
4. Von Süden her die Ableitung der Kap-Kairobahn von Broken-Hill (derzeitiger Endpunkt) nach Kavalo an der kongolesischen Grenze und von hier weiter nach Kimbove.
ad 1. Von diesen Bahnen wäre sicher die Benguela-Linie die kürzeste, sie ist aber immer noch bis Kambove 1650 km lang. Hergestellt sind jetzt nur die ersten 200 km; die Arbeiten sind aber nunmehr wegen Geldmangel gänzlich eingestellt.
ad 2. Die direkte Bahn vom Unterkongo nach Katanga (Leopoldville—Kambove) würde eine Länge von 2000 km erhalten. Die Möglichkeit ihrer Durchführung wird von Kennern