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Die deutschen Kolonien in Wort und Bild : Geschichte, Länder- und Völkerkunde, Tier- und Pflanzenwelt, Handels- und Wirtschaftsverhältnisse der Schutzgebiete des Deutschen Reiches / von Gustav Meinecke
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Neuguinea, der Bismarckarchipel und die Marschallinselu.

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namentlich an Kokospalmen und Tre­pang reiche Gegend der Festlands­küste, saune der vorliegenden Inseln auf jene Produkte hin auszubeuten.

Im Bismarckarchipel ist, wie schon erwähnt, Herbertshöhe die bedeu­tendste Niederlassung. Die Station schließt sich nach Osten zu an dieLände- reien der Pflanzung Ralum an und um­faßt hellte ein Gebiet von etwa 600 bis 700 ün. Für den Sicherheits­dienst und znr Vornahme kleiner Ex­peditionen ins Innere unterhielt die Neuguinea-Kompagnie eine Polizei- truppe von 25 Köpfen, die voll einem Weißen militärisch herangebildet und geführt wurde.

Missionen. Von Missionen wirken in Kaiser-Wilhelmsland die Rheinische Missionsgesellschaft (Bar­men) lind die bayrische Nenendettelsaner Mission. Die erstere unterhält zur Zeit eiue Missiousstatiou auf der Jusel Siar in der Nähe von Friedrich- Wilhelmshafen und eine Station in Bogadjim dicht bei Stephansort. In

beiden Stationen sind Schulen für Eingeborenen - Kinder errichtet, andere Missionsgesellschaft unterhält die Station Sattelberg in der Nähe von Finschhafen, Simbang an der Langemakbncht und eine Station auf der südöstlich vom Kap Cre- tin vorgelagerten Tami- Jnsel. Im Bismarckarchipel wirken neben der englischen w esley anischen Missions ge- sellschaft (mit 3 Hanptsta- tionen seit 1874) die katho­lische MissionVom hei­ligen Herzen Jesu". Die katholische Mission zu Kinni- gunan dicht bei Herbertshöhe hat ihre Wirksamkeit im Ar­chipel im Jahre 1882 be­gonnen. Die religiöse Er­ziehung der Eingeborenen- Kinder beiderlei Geschlechts ist ihre Hauptaufgabe, da­neben wird die Erlernung irgend eines Handwerkes als weiteres Ziel ins Auge ge­faßt. Von

wird mit der Anlage von Stationen im Innern der Gazellehalbinsel nach dem Varzinberge zu mit Energie vorgegangen und auch erfolgreich auf die dor­tigen widerspenstigen Eingeborenen eingewirkt. An dieser Stelle soll auch uoch der hervorrageud gemeinuützigcu Thätigkeit gedacht werden, welche der Deutsche Franenverein für Krankenpflege in den Kolonien entwickelt, dessen Zweck die Förderung der Krankenpflege in deutschen Kolonien ist, durch Herstellung von Krankenhäusern und Sanatorien, durch Beschaffung von

Gerätschaften, Heilmitteln und Werk­zeugen, sowie durch Ausbildung und Unterhaltung von Krankenpflegekrästen für diese Krankenhäuser und Sana. tonen. Der Verein beschäftigte im Jahre 1897 15 Schwestern in den Kolonien und zwar je drei in den Gouverne­ments-Krankenhäusern zu Dar-es - Salaam, Tanga, Kamerun, je zwei in dem Nachtigalkrankenhanse zu Kleinpopo, in Windhoet und in Stc phansort.

Klima. Die mittlere Jahres- temperatnr beträgt 2po (N mit ge­ringen Schwankungen. Das Maxi­mian ist gewöhnlich 3233° (?., sel­ten und für kurze Zeit 36° <1. Dem Zuviel des Tages, das übrigens nicht als eine drückende Schwüle empfunden wird, folgt bald die abendliche und nächtliche, wieder erfrischende und er. quiekende Abkühlung, welche als eine bedeutende Annehmlichkeit des Landes betrachtet werden darf. Der Regen fall ist wegen der umgebenden oder nahen See sehr reichlich. Die Nieder­schlüge verteilen sich auf das ganze Jahr, und eine gänzliche Trockenheit von längerer Dauer, z. B. von 1 bis 2 Monaten, ist unbekannt. Jedoch giebt es eine trockenere und nässere Jahreszeit, welche in allmählichem Uebergange in

den einzelnen Gegenden sich auswechseln. Die JahreS menge der Niederschlüge be trägt in der Ebene überall mindestens 2 in und erreicht in den Bergen oft das Dop pelte. Demnach ist der Grad der Feuchtigkeit für fast alle Tropenpflanzen vollauf ge nügend. Natürlich ist unter solchen Verhältnissen das Klima nicht gesund, aber es haben sich in dem Bis marckarchipel einige Plätze gefunden, welche nach den bisherigen Erfahrungen den Fieberanfällen und sonstigen tropischen Krankheiten nicht in dem Maße unterworfen sind, als man hätte erwarten können. Je thatkräftiger und umfangreicher die Gebiete in Kultur genommen werden, desto leichter und wirksamer lassen sich überdies die Gefahren für Gesundheit und Leben bekämpfen und auf ein geringes Maß beschränken. Eine ruhige, solide, auch sittlich wohl geordnete, zwar thätige, aber doch nicht überangestrengte Lebensweise, ferner das Vermeiden der als sieberreich bekannten Gegenden und die Anlage ge snnder Wohnungen an luftigen Orten werden, wie überall, so auch in Neu gninea gute Folgen haben.

Eine Buschkirche.

In den Ländern, wo es schwer hält, steinerne Kirchen zn bauen, behilft man sich gewöhn­lich mit Hütten, die sich von den mit Palmblättern bedeckten Behausungen der Eingeborenen von außen nur durch die Größe unterscheiden. Das neben dem Kirchlein liegende Wohn­haus ist wohl das des Pfarrers, denn die Veranda verrät den Baustil des Europäers.

Die

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dieser Mission

Dorf im Bismarckarchipel.

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Die Marschallinseln.

Mitten im Stillen Ozean zwischen dem 12. und 5. Grad n. Br. und dem 162. bis 173. Grad ö. L. liegt eine unserer kleinsten kolonialen Be­sitzungen, die Marschallinseln. Dieselben verdanken der unausgesetzten Thätigkeit kleiner in Kolonien lebender Tiere, der Korallenpolypen, ihre Entstehung, sie werden daher als Koralleninseln bezeichnet. Im Stillen Ozean finden sich Tausende solcher Korallencilandc, welchen allen die gleiche Entstehung eigen ist. Die Tierchen siedeln sich familienartig auf dein

35 bis 50 m tiefen Meeresboden an, hier einzelne Horte bildend. Durch fortgesetztes Absterben und Vermehren der Einzeltiere, sowie durch die An­schwemmungen abgestorbener Teile nimmt der Ban immer größere Ausdehnung an. Die Lagnnenriffe oder Atolle weisen in ihrer Mitte eine Lagune von ca. 60 bis 150 in Tiefe auf. Es sind niedrige, schmale, unregelmäßig aus gebuchtete, selten kreisrunde Inseln, die nur wenige Nieter über die Wasser­fläche hervorragen und deren Lagune oft durch Kanäle mit dem Meere ver

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