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ie Entwicklungsgeschichte dieser ersten deutschen Kolonie hängt mit dein Namen des unternehmenden Bremer Kaufmannes Lüderitz eng zusammen, welcher bereits im Jahre t882 beim Auswärtigen Amte die Anfrage stellte.
Dlajor Leutwein, Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika.
Major Leutwein wurde im November 1893 zum AuSwärtigeu Amt kommandiert, und es wurden ihm im April 1894 die Geschäfte des Landeshauptmanns und später die Funktionen des Kommandeurs der dortigen Schutztruppe übertragen. Leutwein führte die vom Haupt- mann v. Franeois begonnene Unterwerfung der aufrührerischen Stämme des Schutzgebietes zum glücklichen Ende.
ob ihm im Falle der Errichtung einer Station an einem Platz der südwest- afrikanischen Küste zwischen dem 22. und 28. Grad südl. Br. der Schutz des Reiches zugesichert werden würde. Das Land war in der That herrenlos, und die dort seit langen Jahren thätige Rheinische Missionsgesellschaft war zwischen streitenden Volksstümmen oft genug in eine schwierige Lage gekommen. Aber die Kapregierung lehnte es schließlich ab, ordnend einzugreifen,
und begnügte sich, den Hafen Walfischbai mit einem „Magistrate" zu besetzen. Im Februar 1883 wurde deshalb der damalige Geschäftsträger, Graf Herbert Bismarck, in London beauftragt, die englische Regierung über ihre Absichten zu sondieren, obwohl an sich nichts im Wege stand, dem betreffenden Unternehmen den Schutz der Kaiserlichen Regierung zu gewähren. Das englische Auswärtige Amt, welches der Angelegenheit offenbar keine größere Wichtigkeit beimaß als den Klagen der Rheinischen Nlissionsgesellschast in den Jahren vorher, teilte daraufhin mit, daß es zuerst den Platz der Niederlassung zu wissen wünsche, um zu einer Ansicht darüber zn gelangen, ob die englischen Behörden im Notfall einen Schutz gewähren könnten. Während diese Korre spondenz vor sich ging, hatte aber Lüderitz, welcher vom Auswärtigen Amte eine für seine Zwecke ausreichende Antwort erhalten hatte, das mit den Expeditions- gütern, vornehmlich Handelswaren, ausgerüstete Schiff „Tilly" nach Kapstadt entsandt, welches von dort nach dem Hafen Angra-Pegnena fuhr. Am 10. April warf das Schiff dort Anker, und die Teilnehmer der Expedition rekognoszierten das Land, welches öde und trostlos ist, da der breite Küstenstrichen durchaus des Wassers und der Vegetation entbehrt. Ein paar elende Hottentotten und englische Robbenschläger und Guanoarbeiter, welche auf den den Hafen schützenden Inseln ihrem Erwerbe oblagen, waren die einzigen Menschen in dieser Einöde.
Diese Eingangspforte in das Land war so ungastlich wie möglich, und die Schilderungen haben in der That etwas Abschreckendes. An der ganzen Küste vom Oranjeflnß bis nördlich über den Knnenc hinaus zieht sich nämlich ein breiter, durchaus unfruchtbarer Dünen- streifen hin, den die Expedition sobald als möglich durchquerte, bis sie in Bethanicn auf die erste größere Hottentottenniederlassnng stieß. Dort wurde mit dem Häuptling Frederick ein Vertrag abgeschlossen, wonach Frederick Land an der Küste in der Ausdehnung von zehn deutschen Qnadratmeilen verkaufte und zugleich auch alle Hoheitsrechte abtrat. Der in niederländischer Sprache abgefaßte Kaufkontrakt wurde am 1. Mai 1883 unterzeichnet.
Soldat derSchutztruppe, feldmarschmäßig ausgerüstet.
Dcr graue Fikzhuk mit ovalem 15 ein hohen Kopf, mit lackierter deutscher Kokarde. Der Waffcnrock aus Kordstoff, welcher iu dortigen Gegenden sehr haltbar ist.