II. Bd., i. H.
IX. Andere Weltmächte.
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/^^oweit sich dies jetzt übersehen läßt, kommen für imperialistische Bestrebungen im 20. Jahrhundert nur die Angelsachsen und die Amerikaner, die Deutschen, die Russen und die Japaner in Frage. Andere Großmächte sind von der Schaubühne der Weltpolitik abgetreten, andere hegen zwar den Ehrgeiz, diese Bühne zu betreten, werden aber von ihren Wettbewerbern noch nicht ernst genommen.
Die Zeiten sind vorbei, in denen die Iberische Halbinsel der Ausgangspunkt nicht nur einer, sondern zweier Weltmächte war. Portugal und Spanien beherrschten den größten Teil der neuentdeckten überseeischen Welt, aber durch eigene Schuld, insbesondere durch eine zu harte Anwendung des älteren Kolonials^stems ist ihre Weltherrschaft zusammengebrochen und heute sind sie dabei, ihren Kolonialbesitz zu liquidieren.
Nicht so weit vorgeschritten im weltpolitischen Verfall sind die Niederlande. Und wenn Holland und Belgien beisammen geblieben wären, dann würde man auch für die Zukunft nicht so sehr für den überseeischen Besitz der Niederlande zu fürchten haben. Heute verfügen allerdings Belgien sowohl als Holland über einen großen Kolonialbesitz, der aber gerade in seiner Größe außer allem Verhältnis steht zur Kleinheit und zur wirtschaftlichen und politischen Schwäche ihrer Heimatländer. Der Kongostaat wird von Großbritannien und Frankreich bedroht und das Riesenreich des holländischen Ostindiens von den benachbarten britischen Besitzungen, von Japan und von Nordamerika. Belgien und Holland werden ihren Kolonialbesitz wahrscheinlich nur erhalten können, wenn sie sich an eine befreundete europäische Weltmacht anlehnen können. Welche diese allein sein kann, brauchen wir nicht erst anzusprechen. Andere imperialistische Betätigungen außer den rein kolonialpolitischen und auch hier nur kultivatorischen, sind bei beiden Niederlanden ausgeschlossen, wie wohl kaum des näheren bewiesen zu werden braucht.
Wie steht es aber mit Frankreich? Frankreich zählte nicht nur zu den alten Kolonialmächten, sondern es erfreut sich auch heute am Beginn des 20. Jahrhunderts großer Kolonien in Afrika und Asien. Wird aber das