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f. Chemische Untersuchung der eingesandten Futterpflanzen.
Rolifett und Rohfaser direkt, die stickstofffreien Extraktstoffe (Kohlehydrate usw.) aus der Differenz der Summe der vorgenannten mit 100, wobei zu beachten ist, dass der gefundene Stickstoffgehalt, multipliziert mit dem Faktor 6,25 (unter der Voraussetzung, dass die Prqteinkörper durchschnittlich 16 % Stickstoff enthalten) als Rohprotein in Rechnung gesetzt wurde. In der Asche wurde ausserdem noch der Chlorgehalt ermittelt und der gefundene Wert auf Kochsalz umgerechnet. Ich weiss, dass dieser Methode gewisse Mängel anhaften, da auf diese Weise auch das eventuell an andere chemische Elemente gebundene Chlor als Kochsalz berechnet wurde, aber bei der geringen Menge des zur Verfügung stehenden Materials (in den meisten Fällen blieben für die chemische Analyse nach der botanischen Bestimmung und nach der Anfertigung von Herbarpräparaten als Belegmaterial nur 10—20 g übrig) war es unmöglich, eine exakte quantitative Kochsalzbestimmung in allen Fällen auszuführen. Darum nmsste genannte Methode als notgedrungener, aber wie gesagt, nicht vollwertiger Ausweg dienen. Der Materialmangel machte sich des weiteren auch insofern noch sehr unangenehm bemerkbar, als von der beabsichtigten Analyse der Asche auf ihren Gehalt an Phosphorsäure, Kalk und Kali abgesehen werden musste, obwohl gerade die Kenntnis dieser Bestandteile in Verbindung mit den später beschriebenen Bodenanalysen in beziig auf eventuelle Auswahl als gut erkannter Futtermittel für eine systematische Züchtung von o-rösstem Interesse gewesen wäre. Ausserdem wäre bei den Gräsern die Be-
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Stimmung der Kieselsäure von grosser Bedeutung gewesen, da diese bei sogenannten harten Gräsern besonders bei frisch eingeführtem Rindvieh infolge mechanischer Reibung und dadurch hervorgerufener Verletzungen der Magen- haut schon oftmals zu schweren Erkrankungen geführt hat. Hoffentlich werden eventuelle Einsendungen in Zukunft reichlicher bemessen, damit alle genannten methodischen und praktischen Mängel ausgemerzt werden können, so dass dann etwas in jeder Beziehung Erschöpfenderes geboten werden kann. Die erhaltenen Resultate werden sowohl für die naturelle Substanz wie für die Trockensubstanz berechnet prozentualiter zusammengestellt. Die Berechnung auf die Trockensubstanz war vor allen Dingen für den allgemeinen Vergleich der einzelnen Futtermittel untereinander wichtig, da im Wassergehalte durch Sammlung, Trocknung und Verpackung hervorgerufene gewaltige Schwankungen zu konstatieren waren. Die Ermittelung der verdaulichen Nährstoffe, des Stärkewertes und des Eiweissverhältnisses geschah mit Hilfe von Koeffizienten, die in Übersicht II, S. 94, zusammengestellt sind. Bei der Auswahl dieser Koeffizienten wurde so viel wie nur eben möglich auf die botanische Zusammengehörigkeit untereinander Rücksicht genommen, es würde jedoch viel zu weit geführt haben, ja ich kann wohl sagen, ganz unmöglich gewesen sein, in dieser Richtung auch- bei den verschiedenen Blättern und beblätterten Zweigen vorzugehen. Bei den Gräsern wurde von der Angabe einer Wertigkeit abgesehen, weil diese durch den grösseren oder kleineren Rohfasergehalt bedingt ist. Die so erhaltenen Nährstoff werte sind zwar nur relative und nur als annähernd richtig zu betrachten, Schwankungen nach oben und unten
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würden bei systematischen Ausnutzungversuchon sicherlich zutage treten.