IV. Die Futterpflanzen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
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IV.
Die Futterpflanzen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten besprochen mit ergänzenden Bemerkungen aus der Literatur.
Futtergräser.
Kürzlich ist eine Arbeit von Pilger, Südwestafrikanische Futtergräser 1 ), erschienen. In dieser werden 19 Grasarten abgebildet entweder als ganze Pflanzen oder in ihren für die Bestimmung wichtigen Teilen. Diese und 26 andere Arten sind kurz beschrieben unter Hervorhebung der Merkmale, die dem Nichtbotaniker das Erkennen erleichtern. Die Arbeit von Pilger liefert in dieser Hinsicht eine Ergänzung zu Dinier, Deutsch-Südwestafrika' 2 ), in welcher Arbeit die Gräser ganz vernachlässigt sind. Allerdings geht auch aus der Arbeit von Pilger hervor, dass unsere Kenntnisse über die wirtschaftliche Bedeutung der einzelnen Gräser noch sehr gering sind. Er schreibt selbst: „Was fehlt, sind eingehendere Angaben von praktisch oder wissenschaftlich geschulten Sammlern über Verbreitung, Art und Menge des Vorkommens, über den Wert als Futtergräser usw."
Aus diesem Grunde haben die aus den vorliegenden Sammlungen hervorgehenden Resultate wohl besonderes Interesse, wenn natürlich auch diese Resultate nur den Anfang einer eingehenderen Kenntnis darstellen. Angaben über die Verbreitung usw. der Gräser finden sich auch in der Bearbeitung dieser Familie durch Pilger in Engler, Pflanzenwelt Afrikas IL Bd.
Andropogon.
Diese Gattung ist eine der wichtigsten unter den Gräsern des tropischen Afrikas. Zu ihr gehört auch die im Amboland und Damaraland kultivierte Durrha {Andropogon Sorghum). Mir sind 10 Arten bekannt geworden, die in Deutsch-Südwestafrika vorkommen. Wenn einzelne Arten auch weiter südlich gehen, scheinen ihr Hauptverbreitungsgebiet innerhalb der Kolonie die nördlich von Omaruru gelegenen Teile und die Kalahari zu sein.
Andropogon contortus L. Perennierend. In Otawifontein 70 cm hoch.
Futtergras in Otawifontein und im Amboland (nach Ilautaneri), wo dies Gras von Grossvieh gern gefressen wird. In Ostindien in jungem Zustande und nach Herausfallen der Früchte in grossem Umfange als Futtergras verwertet, ebenso in Australien.
1) Notizblatt des Königl. Bot. Gartens u. Museums zu Berlin-Dahlem. 1910, Nr. 46. S. 133—155.
2) Diese Schrift, Leipzig 1909, gibt eine Anleitung zum Erkennen der charakteristischen Gewächse Deutsch-Südwestafrikas für den Nichtbotaniker, und ferner land- und forstwirtschaftliche Anweisungen.