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Untersuchungen über die Weideverhältnisse in Deutsch-Südwestafrika <Futterpflanzen u. Bodenproben> / im Auftr. d. Hamburg. Kolonialinst. ausgeführt von Dr. W[ilhelm] Heering u. C. Grimme
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III. Die pflanzengeographisclien Verhältnisse.

III.

Übersicht über die pflanzengeographischen Verhältnisse in Deutsch- Südwestafrika im allgemeinen und Besprechung der einzelnen Farmen nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten mit Hervorhebung der für die Weidewirtschaft wichtigen Tatsachen.

Übersicht über die geographischen Verhältnisse und ihre Bedeutung für die Vegetation der einzelnen Landschaften. 1 )

Übersicht über die geologischen Verhältnisse.

Das Grundgebirge besteht aus Gneis und Schiefern. Es beherrscht das ganze Kaokofeld, das Damaraland bis an die Kalahari, das Gross-Namaland nördlich, westlich und südlich der Tafelländer. Dieses Grundgebirge setzt sich aus steil aufgerichteten Schichten zusammen, während die jüngeren For- matiouen, die im Süden die Tafelländer des Gross-Namalandes bilden, mehr oder weniger horizontal das Grundgebirge überlagern. Yon abweichender geologischer Beschaffenheit im Norden ist das Gebiet des Waterbergs, der aus Sandstein be­steht. Nördlich von diesem dehnt sich ein Gebiet aus, in dem ein blauschwarzer, dolomitischer Kalkstein, der Otawikalk, herrscht. Die Grenze zieht sich östlich von Grootfontein nach Norden, dann nach Westen nördlich von Otjikoto vorbei an der Etoscha-Pfanne entlang bis zum Kaokofeld bei Gauko-Otawi. Von hier aus verläuft die Grenze gegen das Kaokofeld südöstlich nach dem Water­berg. Die so umgrenzte Landschaft 2 ) wird auch alsKarstfeld" bezeichnet. Der ganze übrige Teil der Kolonie gehört geologisch zur Kalahari. Diese stösst mit dem geographisch als Ambolaud bezeichneten Teil also an das Kaokofeld (bei etwa 14° ö. L.), wird dann durch das Karstfeld begrenzt (die Etoscha-Pfanne zählt zur Kalahari), springt dann südlich des Waterbergs gegen das Damaraland vor und zieht sich an den Hochländern des Damara- und Gross-Namalandes entlang nach Süden und Osten. Im mittleren Teil des Ge­bietes zwischen dem 22.24. Breitegrad liegen die Grenzen noch nicht genügend fest. Das bezeichnende Merkmal des Kalaharigebiets ist das Auftreten des

1) L. Schultze, Deutsch-Südwestafrika in Hans Meyer, Das deutsche Kolonialreich. A. Engler, Die Pflanzenwelt Afrikas. I. Band. 2. Hälfte. S. 511 ff. H. Schinz, Deutsch- Siidwestafrika.

2) Diese geologischen Grenzen sind natürlich noch nicht im einzelnen feststehend.