V. Für die Viehzucht schädliche Pflanzen.
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Baum oder Strauch, bis Im hoch (Dinter). Kutterpflanze in Yoigtsgrund für Kamele.
Verbreitung: im Damaraland und Gr.-Namaland an Plussufern weit verbreitet. Auch bei Voigtsgrund kommt er im Rivier vor auf brackigem Boden. Nach Gürich, Stapff 1 ) und Dinter bedarf er ebenfalls des Brackwassers.
V.
Für die Viehzucht schädliche Pflanzen.
Unter den Holzgewächsen fällt die grosse Zahl der Dornsträucher und Dornbäume auf. Da sie ausdrücklich als Futterpflanzen angegeben werden, ist anzunehmen, dass sie trotz ihrer Bewehrung mit Stacheln und Dornen abgeweidet werden. Besonders scheinen die Ziegen sich wenig aus den Stacheln zu machen. Für das Grossvieh spielen diese Pflanzen im allgemeinen eine untergeordnete Rolle. Die Schafe weiden wie die Ziegen die Dornsträucher ab, allerdings scheinen sie vorsichtiger als die Ziegen zu sein. Mehrfach ist angegeben, dass sie nur die abgefallenen Blätter fressen. Ganz ohne Wirkung scheint aber der Reichtum an Dorngewächsen doch nicht zu sein, wenn man die folgenden Worte Doves a. a. 0. S. 169 berücksichtigt:
„Besonders schädlich ist natürlich die Räude, die im Dornbuschlande sich infolge der zahlreichen kleinen Wunden, welche die Haut davonträgt, obendrein viel leichter und in viel höherem Grade überträgt als in freierem Weidefelde."
Eine besondere Bedeutung gewinnt die Frage nach der Schädlichkeit der Dornsträucher bei Berücksichtigung der Viehzucht, die in erster Linie die 'Erzielung eines guten Haarkleides zum Zwecke hat, also bei der Angoraziegenzucht und Wollschafzucht. Auch diese Frage ist bereits kurz erörtert worden. 2 ) Mir scheint es, dass nicht alle Dornbüsche als schädlich in Frage kommen, sondern im wesentlichen die, welche durch die Beschaffenheit und Stellung der Stacheln, die Tiere wie den Menschen festhalten. Ihnen hat man deshalb den Kollektivnamen Wacht en betje (Wart ein AVeilchen) gegeben. Bereits Burchell schildert sehr drastisch seine Bekanntschaft mit einem solchen Strauch (Acacia cletinens).
In mechanischer Weise schädlich können auch Gräser wirken. Zu nennen wäre die im Norden verbreitete Art Andropogon contortus und die besonders im Damaralande, stellenweise auch im Namalande häufige Setaria vertieillata (Klettgras). Über die erstgenannte Art liegen zwar aus dem Gebiete keine
1) Stapff in Petermanns Mitt. 1887. S. 209.
2) Vgl. S. 63.
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