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Untersuchungen über die Weideverhältnisse in Deutsch-Südwestafrika <Futterpflanzen u. Bodenproben> / im Auftr. d. Hamburg. Kolonialinst. ausgeführt von Dr. W[ilhelm] Heering u. C. Grimme
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VF. Zusammenfassende Betrachtung.

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VI.

Zusammenfassende Betrachtung,

Aus der

vorstehenden Zusammenstellung ergibt

sich, dass die Zahl der bereits bekannten Futterpflanzen ziemlich beträchtlich ist. Es ist ferner wohl anzunehmen, wenn es auch nicht, wie bei der Sendung von Otawifontein und Farm Gras, ausdrücklich gesagt ist, dass die eingesandten Proben tatsächlich die wichtigsten Futterpflanzen des betreffenden Gebietes darstellen. Natürlich wird bei weiteren Einsendungen sich die absolute Zahl der Futterpflanzen noch erhöhen. Andererseits ergibt sich bereits aus dem Mitgeteilten, dass einige. Arten sich aus der Menge als gute Futterpflanzen besonders herausheben und dass andere Arten, die von einem Orte als brauchbare Futterpflanzen ange­geben werden, von einem anderen Orte ohne jede Bewertung eingesandt worden sind. Ich möchte diesen Umstand nicht darauf zurückführen, dass die Be­deutung als Futterpflanze nicht bekannt war, sondern darauf, dass bessere Futterpflanzen vorhanden waren. Ferner erklären sich die Differenzen in der Beurteilung leicht aus der verschiedenen Viehhaltung. Wo keine Wollschaf­zucht getrieben wird, wird natürlich auch keine Angabe über Futterpflanzen vorliegen, die für Wollschafe besonders geeignet sind.

Was die Pflanzenqualität selbst betrifft, so ist die südwestafrikanische Weide gut. Die Quantität ist allerdings wohl durchschnittlich auf demselben Areal geringer als auf deutschen Weiden. Daher wird die Weidefläche für dieselbe Kopfzahl des Viehs eine grössere sein müssen. Eine volle Ausnutzung der Weiden ist augenblicklich wegen des Wassermangels auch nicht möglich. Es ist aber auch anzunehmen, dass bei reichlicherer Wasserversorgung, die die Kopfzahl des Viehs zu erhöhen gestattet, auch die Vegetation der Weiden in günstigem Sinne boeinflusst werden kann, indem eine dichtere Pflanzendecke hervorgerufen wird. Durch Ausroden wenig brauchbarer oder schädlicher Ge­wächse kann vielleicht eine grössere Ausbreitung der guten Futterpflanzen erzielt werden, eventuell kann auch durch Anbau geeigneter guter Futter­pflanzen nachgeholfen werden. Auf den Bau der Luzerne brauche ich hier nicht einzugehen. Ich möchte nur auf die Einführung der australischen Brack­büsche, zweier AtriplexavteTi hinweisen, die von Voigtsgrund eingesandt sind. Sie sind als Futterpflanzen für alle Tiere brauchbar.

Im allgemeinen finden sich geeignete Futterpflanzen für alle Viehgattungen im ganzen Gebiete, mit Ausnahme der überhaupt vegetationsarmen Land­striche.

Heering u. Grimme. (!

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