Druckschrift 
Untersuchungen über die Weideverhältnisse in Deutsch-Südwestafrika <Futterpflanzen u. Bodenproben> / im Auftr. d. Hamburg. Kolonialinst. ausgeführt von Dr. W[ilhelm] Heering u. C. Grimme
Entstehung
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Vorwort.

Auf der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesell­schaft in Hamburg 1910 veranstaltete die Deutsche Kolonialgesellschaft eine kolonialwirtschaftliche Ausstellung. Ein Teil dieser Ausstellung sollte ein Bild der Weideverhältnisse in Deutsch-Südwestafrika geben. Auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft waren von neun Farmern bzw. Gesellschaften Pflanzen- und Bodenproben nebst den zugehörigen Fragebogen eingesandt worden, die das Material für die Ausstellung lieferten. Eine vorläufige Mit­teilung über diese ist bereits im Herbst vorigen Jahres erschienen als Anhang zu dem Bericht von Dr. Schulte im Hofe über die kolonialwirtschaftliche Aus­stellung (Jahrbuch der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Jahrg. 1910, 3. Lief., S. 642 ff.). Das grosse Interesse, das dieser Ausstellung nicht nur von kolonialen Kreisen, sondern auch von Yertretern der heimischen Landwirtschaft entgegengebracht wurde, hat vielfach in dem Wunsche Ausdruck gefunden, das gesamte Material zusammenhängend bearbeitet zu sehen.

Der allzufrüh verstorbene Direktor der Botanischen Staatsinstitute in Ham­burg, Herr Professor Dr. Zacharias beauftragte infolgedessen Herrn Dr. Grimme und den Unterzeichneten, auch diese eingehende Arbeit auszuführen. Es ist uns leider nicht vergönnt gewesen, ihm persönlich die fertige Arbeit vorzu­legen. Wir werden aber stets dankbar daran denken, wie er mit Interesse den Fortgang der Arbeit verfolgte und sie auf jede Weise zu fördern suchte.

Wenn auch die tatsächlich eingetroffenen Untersuchungsobjekte nur einen Bruchteil der angemeldeten darstellen, so ist es doch ein besonders glück­licher Zufall, dass die vorliegenden Sammlungen aus den verschiedensten Gegenden der Kolonie stammen, so dass es möglich war, die vergleichenden Betrachtungen über das Gesamtgebiet auszudehnen. Interessant war es auch, Sammlungen aus Gegenden zu erhalten, die hinsichtlich ihrer Vegetation und ihrer Bodenverhältnisse noch sehr wenig bekannt waren. Aber nicht nur über einzelne Gegenden, sondern über den ganzen hier behandelten Gegen­stand ist bisher nicht viel gearbeitet worden, in der hier durchgeführten Weise noch gar nicht. Dass hier keine das ganze Gebiet gleichmässig berücksich­tigenden Untersuchungsreihen vorgeführt werden können, ergibt sich aus dem Mitgeteilten von selbst. Doch jedenfalls ist jetzt der Anfang gemacht zur Er­forschung der Weideverhältnisse, und hoffentlich dienen diese Untersuchungen dazu, die Einsender der ersten Sammlungen und möglichst viele andere Farmer anzuregen, weiteres Material beizusteuern. Es wird in den Hamburgischen Botanischen Staatsinstituten nach botanischer und chemischer Seite hin kostenlos untersucht.