Die Wasserkräfte Afrikas.
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Wolle.
F\er Zweck der nachfolgenden Arbeit ist nicht der, tech- *S nische Berechnungen zu geben. Das ist Sache der Fachleute. Sie will vielmehr die Aufmerksamkeit der Handelskreise sowie das Augenmerk unserer einschlägigen Industriezweige auf den Kontinent lenken, der nach dem Kriege infolge seiner Lage und Natur voraussichtlich zum Schauplafo einer bisher ungeahnten intensiven Arbeit des Europäertums werden wird. Dazu ist es gut und nüftlich, sich schon jefet der natürlichen Hilfsquellen bewußt zu werden, welche den Kulturvölkern drüben zur Verfügung stehen. Wenn es sich um Gold und andere wertvolle Bodenschätse handelt, pflegen sich Geographen, Geologen und andere Vertreter der Wissenschaft eingehend mit ihrem Vorkommen und ihrem wirtschaftlichen Wert für die Welt zu befassen. Anders ist es mit so manchen Dingen, denen ein höherer Wert innewohnt als jenen Mineralien, weil sie, menschlich gesprochen, für alle Ewigkeit gefördert werden können, deren Bedeutung aber erst in einer noch gar nicht weit hinter uns liegenden Zeit erkannt wurde. So verhält es sich vor allem mit dem großartigen Kraftspender, dem fallenden und geschwind zu Tal gehenden Wasser. Wer erinnert sich nicht des selbstgerechten und engherzigen Urteils, das die Erdkunde früherer Tage über die Ströme und Flüsse Afrikas fällte, indem sie ihnen jeden Wert und jede Bedeutung absprach, weil sie infolge des orographischen Baues dieses Weltteils nicht oder nur bis zu einem gewissen Grade der Binnenschiffahrt zu dienen vermögen? Wie anders sollte das Urteil aber jetjt lauten, wo wir erkannt haben, daß das, was jenen Gewässern von kurzsichtiger Stubengelehrsamkeit als Mangel angerechnet wurde, in der Tat eine Quelle unerschöpflicher Kraft für die von ihnen durchströmten Länder bedeutet! Was in Europa seit gut einem Jahrzehnt allgemein erkannt wird, die Bedeutung gerade des Wassergefälles, könnte nunmehr wirklich auch die Anerkennung der sich mit Afrika beschäftigenden Kreise in höherem Grade finden als bisher.
HamburgUche Forschungen. Heft 4. 5