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Afrikanische Wirtschaftsstudien / von Karl Dove
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2. Der Aufbau des Landes.

Dieser kommt für das Wirtschaftsleben des Landes zu­nächst eigentlich nur in negativem Sinne in Betracht. Das außertropische Südafrika ist von allen größeren Land­schaften des Weltteils die einzige, in deren orographischem Bau das Tiefland so gut wie gar keine Rolle spielt. Jen- seit eines nur wenige Kilometer breiten Küstensaumes hebt sich das Gelände überall schnell zu echten Gebirgshöhen, sogar in der Kapkolonie, wo die Übergangsstufen nach dem inneren Hochlande immerhin breiter angelegt sind als in den übrigen Randgebieten. Den besten Maßstab dafür geben die Gleishöhen der quer zur Küste in das Innere führenden Eisenbahnen. So findet man auf der Strecke East LondonOranjefreistaat schon bei km 29 die Höhe von 338 m, bei km 81 eine solche von 810 m (der Höhe von Oberhof i. Th.) und beim Aufstieg von Port Durban her bereits bei km 27 der Schienenstredke 343 m, bei km 96 sogar 917 m. Ein derartiges Relief mußte unbedingt ver­kehrserschwerend und zugleich verteuernd wirken. Diese Wirkung, am stärksten in den östlichen Abhangslandschaften erkennbar, tritt uns denn auch deutlich in der Höhe der Anlagekosten der Eisenbahnen entgegen. F. Baiser be­tont in seinem Werk über die Kolonialbahnen (S. 127), daß die kilometrischen Anlagekosten der Natalbahnen sehr hoch gewesen sind, das Kilometer kam dort auf etwa 189000 M., während die durch den Aufbau etwas mehr be­günstigten Kapbahnen nur etwa 125000 M. für die Einheits­strecke erforderten.

Dieser Umstand hat natürlich verzögernd auf die Er­schließung des Landes gewirkt, zumal auch die flachen, wenngleich hoch gelegenen Teile des Inneren in vielen Fällen kostspielige Kunstbauten bei Überschreitung bis­weilen selbst nur kleinerer und mittlerer Wasserläufe nötig machen. In diesem Steppenlande, das nur an den ozea­nischen Außenrändern Striche von größerer Fruchtbarkeit sein eigen nennt, mußte somit ein starker Anreiz anderer Art entstehen, um die Anlage neuzeitiger Verkehrswege zu beschleunigen. Wir finden ihn in den Diamanten und in der späteren Zeit im Golde, abermals eine Frucht der Aus­beutung dieser edlen Mineralien für das Vorankommen des

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