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Afrikanische Wirtschaftsstudien / von Karl Dove
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menden Gewächsen sei nur die Luzerne hervorgehoben, für die nach Angabe des Leiters der Versuchsfarm in Pot- chefstroom auf gutem bewässertem Land sich der Ertrag im Jahresmittel auf 67 Tonnen vom Hektar beläuft (vgl. »Agric. Journal', 3, 1912). Nach einer Angabe des Bloem- fonteiner ,Agronomist* können einzelne Sorten bei reihen­weiser Aussaat sogar auf Regenfall hin gebaut werden. Doch führt uns diese Klasse von Nutspflanzen bereits auf das Gebiet der Viehzucht, dem die anschließenden Aus­führungen gewidmet sind.

6. Die Tierwelt.

Ursprünglich gehört Südafrika zu denjenigen Ländern, die durch die Größe ihres wilden Tierbestandes sich vor den meisten Gebieten der Erde auszeichneten. Die Offen­heit der Landschaft, die unabsehbaren, dünnbevölkerten Weiten ermöglichten es nicht allein, ungezählten Herden größerer und kleinerer Weidetiere ein vom Menschen nur wenig gestörtes Dasein zu führen, sondern, an diese Herden gebunden, bevölkerte auch eine Fülle von Raubwild das ungeheure Gebiet. Gleichwohl entsprach die wirtschaftliche Bedeutung dieser reichen Lebewelt in keiner Weise ihrer Größe, und nur zwei Erzeugnisse haben für eine beschränkte Zeit den von hier aus betriebenen Großhandel in Anspruch genommen. Das Elfenbein, das übrigens in diesem Teile Afrikas niemals die Rolle gespielt hat wie in den tropischen Gegenden, ist schon sehr früh aus den Ausfuhrlisten ver­schwunden, und selbst die von E. Mohr in seinem Reise­werk mitgeteilten Ausfuhrlisten der beiden Häfen Kapstadt und Port Durban vom Jahre 1872 weisen nur noch für 720000 M. Elfenbein nach. Immerhin eine beachtenswerte Summe, wenn man sie mit den Ergebnissen der legten Jahrzehnte vergleicht. Die Gesamtausfuhr aus der Union stammenden Elfenbeins war 1913 auf 5600 M. gesunken, während Südrhodesien immer noch rund 63000 M. dafür vereinnahmte.

Das zweite Welthandelserzeugnis der wilden südafrika­nischen Tierwelt, die Straußenfedern, hat niemals die hohen Werte erreicht, die der Ausfuhr der Federn gehegter Tiere zukommt. Im Jahre 1865, vor dem Beginn der Ausfuhr vonzahmen" Federn, betrug ihre Höhe nicht mehr als