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Afrikanische Wirtschaftsstudien / von Karl Dove
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der der Beachtung der europäischen und besonders der deutschen Technik empfohlen werden mag. Man hat ver­schiedentlich Vorschläge gemacht, für die unmittelbare Ver­wertung der Sonnenkraft geeignete Maschinen zu kon­struieren. Wenn auf diesem Gebiet bisher so wenig ge­schehen ist, so liegt das in erster Linie daran, daß die Länder der Großindustrie sowohl in Europa wie in Nord­amerika sich zur Verwertung gerade dieses klimatischen Faktors so wenig wie nur möglich eignen. In den an Kohle ärmeren, an Sonnenstrahlung dagegen überreichen Gebieten Afrikas außerhalb der Tropen ist das natürliche Verwen­dungsland für Einrichtungen gegeben, die die Kraftgewinnung auf diesem Wege zur Aufgabe haben. Vergleicht man, ganz abgesehen von der Stärke der Strahlung, die mittlere täg­liche Dauer des Sonnenscheins in Stunden, so ergeben sich für Aberdeen 3,5, für Erfurt 4,3, für Rom bereits 6,5, da­gegen für Kairo 8,5 und für Kimberley in Südafrika 9,3 Stunden. Hier sollte also die moderne Technik un­bedingt einsehen. Kein Zweifel, daß gerade hier unserer heimischen wegen der Leistungsfähigkeit unserer Industrie in der Herstellung der dabei zu verwendenden Vorrichtungen ein wichtiges Feld der Betätigung harrt.

4. Das Wasser.

Das Wasser ist mit dem Regen zusammen die Le­bensfrage Südafrikas. Selbst jet^t, wo die landwirt­schaftlichen Interessen noch von denen des Bergbaues über­troffen werden, darf dieser Sat* unbedingte Geltung be­anspruchen. Will man sich von der Bedeutung des belebenden Elements einen rechten Begriff machen, so bietet sich kein besserer Maßstab dar als der schon bei der kurzen Cha­rakterisierung der bergbaulichen Betriebe angewandte, der unmittelbar zur Wasserbeschaffung eingeführten Ma­schinen und verwandten Vorrichtungen. Die für diese gezahlten Summen sind zwar in einzelnen Jahren erheb­lichen Schwankungen unterworfen, aber doch hoch genug, um die Aufmerksamkeit der herstellenden Kreise zu erregen. Führte doch Britisch-Südafrika von 1907 bis 1911 allein an Maschinen zum Wasserbohren und an Pumpen insgesamt im Jahresdurchschnitt für 2340000 M. ein, wobei die Ma­terialien für Bauten, Leitungen und andere notwendige