ist sehr gering. Die ungeheuren, von Südafrika ausgeführten Werte an Gold und Diamanten nehmen für ihre Verschiffung so gut wie gar keinen Raum in Anspruch. Die Gesamtausfuhr an Erzen tritt der Tonnenzahl nach ebenfalls hinter der le^tjährigen Normalausfuhr allein an Mais in den Hintergrund, und die Kohle hat, wie wir sahen, im Ausfuhrhandel nur für den Verkehr mit nahegelegenen Gegenden einige Bedeutung erlangt. Somit wird der Frachtraum im südafrikanischen Ausfuhrhandel wesentlich für landwirtschaftliche Erzeugnisse benötigt, und die Großreederei hat allen Anlaß, die Hebung der Landwirtschaft Südafrikas im Interesse ihrer Rückfrachten nach Möglichkeit anzustreben. Dieser rein wirtschaftsgeographische, auf den angelieferten Massen beruhende Gesichtspunkt sollte u. a. zu einer wesentlichen Verbilligung der Frachtkosten nötigen, um so wieder die landwirtschaftliche Gütererzeugung in diesem so lange vernachlässigten Gebiet anzuregen.
Umgekehrt liegt vorläufig die Sache in Deutsch-Südwestafrika. Hier erreicht die gesamte Ausfuhrmenge an pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen zur See im Jahre 1912 einschließlich des Guanos nur ein Zwanzigstel der Gewichtsmenge des ausgeführten Kupfererzes und bereits verhütteten Kupfers, woraus sich ergibt, daß zur schnelleren Entwicklung bestimmter Ausfuhrzweige, die, wie etwa der Fleisch- und Früchteexport, besonderer Einrichtungen an Bord bedürfen, eine Unterstüöung der Schiffslinien von Reichs bzw. Kolonie wegen im Anfang im Interesse der Entwicklung ebenso erwünscht sein muß wie billige Tarife für den Landverkehr.
7. Die Bevölkerung.
Im Gegensatz zu manchen anderen Gebieten beeinflußt in Südafrika Art und Form der Besiedlung das wirtschaftliche Leben in recht mannigfacher Weise. Von besonderer Bedeutung ist schon die außerordentlich geringe Volksdichte, ein Zustand, der stets und überall verteuernd auf die meisten Zweige der kulturellen Arbeit wirkt. Betrug sie doch im ganzen außertropischen Südafrika nach der