— 226 —
funden, auch der Araber gestern hatte davon gehört. Heute brechen wir wieder in der Nacht auf, da ein zehnstündiger Marsch durch die wasserlose Salzsteppe Marenga mkali (wörtlich bitteres Wasser) vor uns liegt. Übermorgen kommen wir dann in Mpwapwa an — Glück auf!
Vierzehntes Kapitel.
Zur Küste.
^18. Juni. Bei Campi (Ugogo).
Der Somali Sherif Omar, der die Wache hatte und um 12 Uhr wecken sollte, kommt erst um 2 Uhr und behauptet, sich in den Sternen geirrt zu haben. Solche Ausreden kennen wir, er bezahlt 15 R. Strafe. Es ist bitter kalt. Wir marschieren bis Sonnenaufgang durch die dunkle Nacht und machen dann einen Frühstücksstopp. Dann geht es durch malerische Berglandschaften und auf guten Pfaden bis 12 Uhr weiter, wo wir bei der Lagerstelle Campi Halt machen. Wir treffen wieder auf eine große Karawane, die unter deutscher Flagge marschiert und deren Leute uns mit militärischem Gruß und dem trauten: (guten) „Morgen!" begrüßen. Nur ein vierstündiger Marsch trennt uns noch von Mpwapwa und Emin Pascha; wir haben wirklich Grund, dem Himmel zu danken, daß er uns das vergönnt hat. Gegen Abend verstärkt sich der schon den ganzen Nachmittag von den Bergen pfeifende Wind zum heulenden Orkan, dreimal bricht mein Zelt, zweimal das des Doktors zusammen, ^sver ivinä! morgen sind wir ja in Mpwapwa.
19. Juni. Bei Emin Pascha in Mpwapwa.
Die erste Hälfte des Weges marschiere ich ehrbar und langsam hinter den Trägern, dann kann ich meinen Drang nach vorwärts nicht mehr zügeln und eile voraus, dem Doktor nach. Um 11 Uhr sehe ich auf der Spitze eines Hügels das Fort Mpwapwa, das trotzig und düster in die Welt blickt und von dessen beiden Türmen stolz die deutsche Flagge flattert. Sadiki und Hamiri, wie immer hinter mir, brechen beim Anblick „des großen Hauses der Deutschen" in ein Freudengeschrei aus. Gleich darauf ertönt Hufgetrappel und aus einem vor uns liegenden Mtamafeld sprengen in vollem Galopp drei