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Zwölftes Kapitel.
Über den Uyaiya.
31. März. Auf dem Nyanza. Bei Ba'ale.
Nach endlosen Verzögerungen gelingt es endlich dem Doktor und mir, sowie acht anderen Booten, wegzukommen. Um 10 Uhr gehen wir in See. Vorher nehme ich mit eigentümlichen Gefühlen Absckied von dem sterbenden P. Chantemerle. Vor wenigen Tagen jagten wir noch munter und fröhlich zusammen — jetzt liegt er in den letzten Zügen. Ein mattes Lächeln fliegt über seine entstellten Züge, als ich reisefertig zu ihm ins Zimmer trete. Ich knie an seinem Bette nieder und flüstere herzliche Abschiedsworte, er legt seine Hand auf meinen Kopf und murmelt kaum hörbar seinen väterlichen Segen. Ich küsse den bleichen Mund und die magere Hand des Sterbenden und gehe dann leise hinaus und an den Strand, wo ein wilder Trubel herrscht und Hunderte durcheinander wimmeln.
Als wir ins offene Wasser hinauskommen, finden wir eine schwere See vor; man könnte glauben, man sei auf dem Ozean. Gegen 3 Uhr erscheint am südwestlichen Horizont ein Segel; das kann niemand anders sein, wie die drei angekündigten Missionare. Richtig! das Segel kommt näher; bald kann man ein kutterartig getakeltes, europäisches Boot erkennen — das von Mr. Stokes — und bald liegen wir Breitseite an Breitseite.
„Wer seid Ihr?"
„Drei katholische Missionare von Usukuma nach Uganda, und Ihr?"
„vi-. Peters und die deutsche Emin Pascha-Expedition?"
„Oominönt Dr. ?6wr8, vov.3 n'ötss xa8 mort — an der Küste geltet ihr alle für tot."
Einer ruft mir zu, ob wir jetzt nach Hause gingen. „Natürlich, was denken Sie denn anderes, von Afrika haben wir gerade genug."
„Lon ^our!"
„Von ^'our!"
Bald sind wir weit auseinander und landen gegen 3 Uhr bei der Landungsstelle Ba'ale an der Westküste des Sees. Morgen bleiben wir hier, um den Rest der Flottille abzuwarten.
v. Tiedemann, Tnna-Baringo-Nil. 13