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Tana-Baringo-Nil : mit Karl Peters zu Emin Pascha / von Adolf v. Tiedemann
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Achtes Kapitel.

Kis zum Kenia.

21. Oktober. In der Steppe 10000*. Jetzt sind wir ja wieder auf dem Marsch, Glück aus! Morgens

um 5 Uhr ertönt im Lager der Expedition das Horn zum Wecken; fröhlich eilen die Träger herbei, schwingen die ihnen zugeteilten Lasten aus die Köpfe und treten in langer Reihe hintereinander an, während die Somali die gurgelnden und blökenden Kamele beladen. Einen Blick noch zurück auf das von der Heydt-Haus, auf die deutsche Flagge, dann heißt es: t^vsnäsni!" Vorwärts! und mit

lautem Geschrei und weithin schallendem rhythmischen Gesang geht es fort gen Westen, hinein in die unbekannte Welt; hoch flattern vor uns die schwarzweißroten Farben in der Hand des atletischen Parisa.

Nach zweiundeinhalbstündigem Marsch lagern wir am Fluß in der Nähe der unbewohnten Uferlandschaft Galamba. Das Gelände trägt das Gepräge buschiger und dorniger Steppe, wir sehen viel Wild, auch mehrere Giraffen, von denen ich eine schieße. Eins unserer Kamele stirbt, wahrscheinlich durch den Genuß giftiger Begetabilien. Die alten Weiber und kleinen Kinder der zu uns entlaufenen Sklaven müssen zurück, wir können sie nicht mitnehmen. Bei Anbruch der Nacht werden sie in zwei Maus verladen und diese dann unter der Führung zweier Bewaffneter den Tana hinabgeschickt. Sie sollen versuchen, die Mission in Ngao zu erreichen, und erhalten ein dies­bezügliches Schreiben an die dortigen Missionare. Ich fürchte, unsere Freunde, die Wagalla, werden sich ihresEigentums" wieder be­mächtigen.

Gegen abend am anderen Ufer großes Gefecht zwischen einem Leoparden und großen Affen.

22. Oktober. In der Steppe 11500*. Die Träger marschieren gut und willig, nur die neuen müssen

noch etwas gedrillt werden. Der Fluß gabelt sich wieder und bildet die Insel Ollollo; da der uns zunächst liegende Arm sehr seicht ist, so müssen unsere Maus den andern hinauffahren, und wir werden sie nach Aussage von Pariser, Breslauer <K Cie. erst in einigen Tagen bei Hmneye wiedersehen. Wir haben sie eigentlich gar nicht mehr nötig, und das ist gut, denn der Tana wird bald nicht mehr schiffbar