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Tana-Baringo-Nil : mit Karl Peters zu Emin Pascha / von Adolf v. Tiedemann
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Sechstes Kapitel.

Den Tana hinauf nach Oddobarurooa.

24. August. Eugatana. Endlich Briefe aus Witu, zum Teil sehr verspätet, vom 10., 13.,

16., auch Zigarettenpapier. Sonst lauter schlechte Nachrichten, jeder andere wie Peters hätte die Sache längst aufgegeben, aber er biegt sie durch, darauf will ich wetten. Getreide ist noch immer nicht da, unser Vorrat geht auf die Neige. Die Brücken hinter uns scheinen abgebrochen, also vorwärts! Hamiri wird mit einigen Kamelen nach einem einige Meilen östlich gelegenen Dorf Katawa geschickt, um sich nach Getreide umzusehen. Peters und ich sind in eigentümlicher Stimmung; wir trinken bei Tisch eine der letzten Flaschen unseres Sektvorrates und singen zweistimmig:Eine feste Burg ist unser Gott".

25. August. Engatana. Hamiri kommt gegen 10 morgens zurück mit der Meldung, daß

der Weg wegen undurchdringlicher Wälder für Kamele nicht passierbar ist. Also auch daher keine Hilfe. Hier können wir nicht bleiben, hier ist nichts mehr; zurückzugehen fällt uns gar nicht ein, also sn Avant! Wie und wo Wir enden, das weiß Gott allein. Die Maus werden beladen, jede bekommt eine kleine deutsche Flagge, und heute nachmittag sollen sie unter Führung von Hamiri nach Mitole abgehen, ebenso die Kamele und morgen wir mit den Trägern. Gegen 4 Uhr kommt der Missionär Heddenström von der Station Kulessa mit der Nachricht, daß im Walde vor Mitole 300 Flintenträger lägen, um uns aufzulauern. Der Mann hatte wohl erschrockene Gesichter erwartet, aber nicht das, was jetzt kam. Peters sieht einen Augen­blick vor sich nieder, dann wendet er sich mit der größten Ruhe an mich:Herr von Tieoemann, Sie wollen die Güte haben, sofort mit dem Geschütz und sechs Asikari auf Mitole zu marschieren und das Gesinde! wegzujagen."Sehr wohl, Herr Doktor".

Ju 10 Minuten sind wir auf dem Marsch, ich hole die Maus ein, stoppe sie und bespreche mich mit Hamiri, der auf Kundschaft vor­angeht; ich folge ihm etwas langsamer mit meinem kleinen Trupp. Bald holen wir auch die Kamele ein, zu deren Führern Hamiri ge­sagt hat, sie sollten auf mich warten; ich marschiere an ihnen vorüber und mache eine Viertelstunde vor Mitole Halt. Nach einiger Zeit er­scheint Hamiri und meldet triumphierend, in ganz Mitole und Um-