Druckschrift 
Lindi und sein Hinterland / von P. Adams
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

VII. Die Wahyao.

Die Wahyao sind ebenfalls ein altbekannter Bantustamm und wohnten von jeher in der alten Landschaft Chissi, östlich vom Shirefluss und Nyassasee im Portugiesischen gelegen. Sie haben sich dort und in der Nebenlandschaft Unango unter den Stammes­führern Karanye und Mataka bis auf den heutigen Tag behauptet. Schon vor Jahrhunderten trieben sie regen Handel in Elfenbein und Sklaven mit den Küstenstädten'von der Mündung des Zambesi bis hinauf nach Kiloa. Ihr Stammesgebiet war gross, ihre Bevölkerung zahlreich und ihre Bewaffnung infolge des Küsten­verkehrs gut. Doch auch sie konnten dem unaufhaltsamen Vor­dringen der mächtigen und wilden Zulustämme auf die Dauer nicht Einhalt tun; zudem wurden sie von den durchziehenden Makua mehr und mehr in ein begrenztes Gebiet zwischen dem Lujenda und dem .Ruvuma gegen den Nyassasee hin gedrängt. Sie lebten unter mehreren Oberhäuptlingen, wie unter dem alten Chemponde und Mataka im eigentlichen Stammsitz Chissi am Nyassasee, unter Kandula am Lujendaflusse, unter Chemtila in Massaninga, unter Karanye und Makanjila in Unango. Diese Häuptlingsfamilien herrschen heute ziemlich unabhängig von­einander, sind sehr alten Ursprungs und verfügen über eine achtungswerte Ahnenreihe.

Ihre Sage vom Auftreten des ersten Menschen, ihres Stamm­vaters, lautet wie folgt: Aus der Wildnis ging ein Mensch hervor, und er war einsam und traurig. Ein Elefant, der des Weges kam, nahm ihn auf seinen Rücken und trug ihn viele Jahre mit sich herum, zeigte ihm die Wälder und Savannen und alles Getier, das darin lebte. Der Mensch ass nur Waldfrüchte und wilden Honig, welchen der Elefant ihm reichte. Dieser führte den