Druckschrift 
Lindi und sein Hinterland / von P. Adams
Entstehung
Seite
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Lindi.

(Phot. Vincenti, Dar-es-Salaam.)

I. Lindi.

Es war Mitte Juli 1899, als wir in dreitägiger stürmischer Seefahrt von Dar-es-Salaam, der schönen Hauptstadt unserer ostafrikanischen Kolonie, auf dem Regierungsdampfer »Ruvuma« dem Süden zustrebten. Angestrengt und fast vergeblich stampfte das kleine Schiff gegen die mächtig heranrollenden Wogen des indischen Ozeans, die, haushoch aufgewühlt vom heftig wehenden S.O.-Monsun, oft genug das Deck überspülten und ihren Gischt selbst bis zur Kommandobrücke hinauf stäubten. Tröstend wies der Kapitän bei meinen bekümmerten Fragen, ob denn das Ziel immer noch nicht erreicht sei, auf die in der Ferne auftauchenden Bergkuppen des Nundi und Nyanda, welche für den Schiffer als Landmarken von Wichtigkeit sind und schon von hoher See aus die Nähe der Lindibucht erkennen lassen. Noch behielten wir den Kurs bei, dann eine Wendung und erleichterten Herzens steuerten wir in den weit und offen liegenden Hafen von Lindi. Für den Schreiber dieser Zeilen, der zwar kein »junger Afrikaner« mehr war, hatte mit der glücklichen Ankunft des Dampfers in Lindi ein neuer Abschnitt seiner Kulturtätigkeit begonnen.

Die Stadt Lindi liegt an der Mündungsbucht des Lukuledi- flusses unter dem 10° südlicher Breite und dem 39° 40' östlicher Länge von Greenwich. Schon von der Ferne aus ladet sie mit der neuausgebauten und in ihren Baulichkeiten malerisch grup­pierten Strandstrasse die ankommenden Reisenden ein zu einem